Stoffbinden-Projekt


Trotz Monatsblutung in die Schule, Uni und zur Arbeit

Deine Ansprechpartnerin: Emily Wilbrand,
emily.wilbrand@woezonloo.de


Das Problem

Period Poverty, also der mangelnde Zugang zu Menstruationsprodukten und Sanitäranlagen, ist ein globales Gesundheitsproblem. In einer groß angelegten Studie1 von 2017 berichteten 12% der 6080 togolesischen Mädchen und Frauen, aufgrund ihrer Periode nicht an sozialen Aktivitäten, Schule oder Arbeit in den letzten 12 Monaten teilgenommen zu haben. In unserer eigenen Umfrage mit 90 Frauen und Mädchen in Togo gaben dies sogar 70% der Teilnehmerinnen an. Insbesondere Mädchen im Menarchenalter (Anfang der Menstruation) in Togo sind häufig schlecht oder gar nicht aufgeklärt, schämen sich und werden stigmatisiert. Studien deuten darauf hin, dass unzureichende Aufklärung und Unterstützung dieser Mädchen mit diversen negativen psychologischen und körperlichen Gesundheitsmaßnahmen zusammenhängen.

Unser Lösungsansatz

Unser Partnerverein baut mit unserer Unterstützung seit Anfang des Jahres eine Nähwerkstatt auf, in der 6 Näherinnen weitergebildet wurden, Damenbinden aus Second Hand T-Shirt Stoffen zu nähen. Die Binden sind bereits in Verwendung: Sie funktionieren einwandfrei, sind leicht waschbar und somit für eine lange Zeit wiederverwendbar.

Ökologisch: 16.800 Einmalbinden schmeißt eine Frau im Leben weg. Der Stoff unserer Binden hat in Europa bereits als T-Shirt gedient und erlebt in Togo ein neues Leben als Damenbinde, die mehrere Jahre halten kann.

Günstig: Eine Togolesin tritt 2,8% ihres Einkommens für Einmalbinden (75 Cent/Periode bei Ø40€/Monat) ab. Zum Vergleich bezahlt eine Deutsche nur 0,08% ihres Einkommens für Periodenprodukte. Der Preis unserer Stoffbinden rentiert sich nach wenigen Monaten.

Komfortabel und sicher: Weich und aufsaugbar ist die Baumwolle der bereits häufig gewaschenen T-Shirts. 57% der Togolesinnen nutzen wiederverwendbare Materialien während der Menstruation1, allerdings sind diese meistens nur gefaltete Stoffreste, die bei Bewegungen leicht verrutschen können.

Verkauft sollen die Binden durch Beraterinnen werden, die von IVA kostenlos in den Themen Frauengesundheit und Menstruation weitergebildet werden. Wir sind bereits im Gespräch mit Frauen von Pastoren (für Sensibilisierungen in Kirchen) und mit der Gewerkschaft der Friseurinnen in Kpalimé.

Mit dem Stoffbindenprojekt bilden wir Frauen weiter und geben ihnen die Möglichkeit eines Zuverdienstes bzw. einer vollen Stelle als Näherin.
Einen besonderen Fokus legen wir auf die Aufklärung von jungen Mädchen über ihre (bevorstehende) Menstruation und über Sexualität. Wir werden Mädchen-AGs in den 10.-13. Klassen von lycées gründen. Die Teilnehmerinnen werden intensiv geschult, sodass sie als Botschafterinnen in den 6./7. Klassen von collèges jüngere Mädchen aufklären können. Im Rahmen dieser Workshops werden ebenfalls die Stoffbinden verkauft. Die Botschafterinnen erhalten dadurch die Möglichkeit sich fortzubilden, sich zu engagieren, ein kleines Taschengeld für die gegebenen Workshops zu verdienen und sie werden ein Zertifikat erhalten, das sie bei Bewerbungen nutzen können. Zudem sind spezielle Spendenaktionen für die Schulgebühren der engagierten jungen Frauen anvisiert.

Überdies wollen wir kostenlose Do-it-yourself-Nähworkshops anbieten, in denen Mädchen und Frauen, die sich unsere Stoffbinden nicht leisten können, selbst lernen, wie sie Binden per Hand nähen können.

Der Preis der Binden soll die Produktions- und Verkaufskosten decken, sodass diese Basis des Projekts unabhängig von Spenden wird. Die Aufklärungsmaßnahmen wollen wir durch Spenden und Projektanträge finanzieren, um den Preis der Binden erschwinglich zu halten. Unterstützt werden wir durch Kulmine, einen deutschen Stoffbindenhersteller und ab diesem Oktober, wird eine junge deutsche Frau einen Weltwärts-Dienst im Stoffbindenprojekt machen.

Wir sind davon überzeugt, dass unser Produktions-, Verkaufs- und Aufklärungskonzept sowohl zukunftsweisend, als auch auf andere Orte und Länder übertragbar ist. Jedes Mächen und jede Frau auf der Welt hat das Recht auf Wissen über ihren eigenen Körper und Freiheit während der Menstruation!

Unser Unterstützer

Das deutsche Unternehmen Kulmine stellt ebenfalls Stoffbinden her und ist begeistert von unserem Projekt. Kulmine hat uns eines ihrer beliebtesten Bindenmodelle zur Verfügung gestellt und unterstützt unser Projekt finanziell und mit Rat und Tat. Wir sind dafür sehr dankbar! Falls du selber gerne Stoffbinden oder einen Cup als Alternative zu Einmalbinden und Tampons nutzen möchtest, dann guck doch mal bei Kulmine im Online-Shop vorbei.

Wir halten dich auf dem Blog von Kulmine auf dem aktuellsten Stand über unser Bindenprojekt.

Ist dein Interesse für unser Bindenprojekt in Togo geweckt? Schreib gerne Emily, unserem Vorstandsmitglied, die das Projekt betreut, eine Nachricht an emily.wilbrand@woezonloo.de



Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.


Projektfortschritte
02.09.2020: Das Nähatelier wird gestrichen
Dank eurer Spenden konnte nun das Nähatelier gestrichen werden!
Schaut selbst:

Vorher

Gestrichene Wand

Zwischendurch

Gestrichene Wand



Nachher

Gestrichene Wand
Wie viel etwas Farbe ausmacht oder? Wir freuen uns, dass der Anstrich für ein produktives, aufgeräumtes Raumklima gesorgt hat! Übrigens ging das Training der Näherinnen mit dem Techniker am letzten Freitag in die dritte Runde. Zwei der Näherinnen haben den Bogen nun raus und unterstützen die anderen, um ebenfalls ohne Probleme die Overlock-Maschine bedienen zu können. Diese Woche findet vorerst das letzte Training statt und danach kann die Arbeit beginnen!
23.08.2020: Bindennäh-Trainings gehen in die ersten Runden
Es tut sich einiges im Stoffbindenprojekt! Die 6 Näherinnen kommen aktuell jeden Werktag ins Nähatelier, um das Bindennähen von der Pike auf zu lernen. Die Industrie-Overlocknähmaschine ist sehr raffiniert, aber dementsprechend auch kompliziert. Hier überlegen Adzoto, Yolande und Juliette gerade, wo die Nadel hingehört:

Näherinnen

Zum Glück gibt es den Techniker Selom, der die Maschine installiert hat. Selom kennt sich sehr gut damit aus und kommt seit letzter Woche jeden Freitag ins Nähatelier, um den Näherinnen die Versäumung der Binden beizubringen. Für die restlichen Tage gibt er den Damen Hausaufgaben auf, damit sie alleine weiter üben können. Hier ein Video vom ersten Training am Freitag den 14.8.:



Bei der Näherin Adzoto lief es nach dem Training schon deutlich besser als vorher:



Bereits jetzt dauert es nur 10 Minuten, um aus einem Second-Hand T-Shirt eine Stoffbinde zu zaubern. Das freut uns, denn je schneller und routinierter die Abläufe sind, desto günstiger können die Binden verkauft werden. Die Resultate lassen sich nach dem 2. Training am letzten Freitag schon sehen:

Binden

Unser Stoffbindenprojekt wird gerade allein durch Spenden aufgebaut. Du hast nun schon einen wichtigen Beitrag geleistet, dafür bin ich sehr dankbar. Du könntest aber noch eine Kleinigkeit tun: Bitte poste den Betterplace-Link auf deinem Whatsapp-Status, deiner Facebookseite, deiner Instagramseite oder im Familienchat. Erzähle in ein paar Sätzen, was wir machen und warum du uns unterstützt hast. Vielleicht kennst du ja auch bestimmte Freund*innen, deren Herzen besonders für die Unabhängigkeit udn Selbstbestimmung von Frauen schlagen.
Hier zum Kopieren der Link:
https://www.betterplace.org/de/projects/83488?utm_campaign=user_share&utm_medium=ppp_stats&utm_source=Link
11.08.2020: Es werde Licht und lasse den Strom gezählt sein
Der Nähraum wird Stück für Stück zu einem lebenswerten Arbeitsatelier. Es beleuchten nun zwei große LED Lampen den Raum.

Strom

Auch wenn's auf diesem Foto etwas düster aussieht, das Zimmer ist nun sehr hell :-)
In Togo baut man in die Zimmer immer nur kleine Fenster ein, damit die Zimmer auch bei Temperaturen von 30-40 Grad draußen aushaltbar bleiben. So muss natürlich für gute Innenbeleuchtung gesorgt sein. Dank eurer Spenden war das kein Problem.

Außerdem haben wir mit eurer Unterstützung einen Stromzähler angebracht, um den genauen Verbrauch der Nähmaschine und der neuen Leuchtmittel bestimmen zu können. Damit lässt sich der Stromkostenanteil im Preis einer Binde verrechnen.

Strom

In den neu angeschafften, großen Boxen werden die Materialien und die verschieden fertigen Stadien der Binden gelagert. Wichtig ist, dass wir durch gute Buchführung immer auf dem Stand sind, wie viel von allem da ist. Dadurch können wir rechtzeitig T-Shirts oder Garn nachkaufen, damit es nicht zu Engpässen in der späteren Serienproduktion kommt.

Strom

In den nächsten Tagen werden unsere 6 Näherinnen einen Workshop bei einem Techniker absolvieren. Noch klappen die Rundungen der Binden mit der neuen Overlock-Maschine nämlich nocht nicht zufriedenstellend. Glücklicherweise hat der Techniker, der die Maschine installiert hat, den Dreh raus! Ich melde mich das nächste Mal, wenn der Workshop gelaufen ist, mit neuen Bildern!

04.08.2020: Schere gekauft und Paket verschickt
Ich danke euch an dieser Stelle nochmals für eure Spenden! Es ist so fantastisch, dass wir mit eurer Hilfe innerhalb weniger als einer Woche über die magische Grenze von 250€ gekommen sind. Von nun an wird unser Projekt richtig bei Betterplace angezeigt.

In Togo wurden gerade 3 hochwertige Stoffscheren gekauft. Jetzt können mehrere Näherinnen gleichzeitig arbeiten.

Scheren

Zudem habe ich gerade ein Paket nach Togo verschickt. Enthalten sind eine Stoffschneidemaschine, eine Digitalkamera und 3 Schablonen aus Plexiglas. Die Digitalkamera stammt von einem unserer Vereinsmitglieder. Bisher hat Perel, der Projektkoordinator, nur Bilder mit seinem Handy aufnehmen können. Nun können wir uns auf hochwertigere Projektbilder aus Togo freuen! Die Schneidemaschine und die Schablonen wurden von dem deutschen Bio-Stoffbindenhersteller Kulmine gesponsort. Mit der Maschine können mehrere T-Shirtlagen auf einmal geschnitten werden, das spart Handgriffe und führt hoffentlich zu einer schnelleren Produktion. Die Schablonen wurden extra für uns angefertigt und machen es möglich, die Binden in drei verschiedenen Größen exakt zuzuschneiden.

Scheren

Damit unser Projekt bekannter wird und wir weitere Spender finden, ist sehr wertvoll, wenn ihr den Betterplace-Link zum Projekt auf euren Social Media Kanälen teilt. :-) Lasst uns gemeinsam für die Selbstbestimmung der Frauen in Togo kämpfen!

Vorherige Projektfortschritte
19.03.2020: Testphase

In Togo hat unsere Projektpartnerin Patience, eine erfahrene Näherin aus Kpalimé, 70 Bindenprototypen hergestellt. Diese haben wir zusammen mit einem Fragebogen an mehrere Togolesinnen verteilt, die die Binden testen. Wir überprüfen Second-Hand T-Shirtstoffe und neuwertige Stoffe von den lokalen Märkten auf ihre Praktikabilität und Saugfähigkeit.

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07.03.2020: Das Nähatelier ist ausgestattet

Wir haben einen Raum im Centre in ein Nähatelier umgewandelt. Dafür haben wir einen großen Tisch mit Stühlen anfertigen lassen und zwei Nähmaschinen angeschafft. Zudem wurde eine einbruchssichere Metalltür eingebaut. Mit einer pedalbetriebene Maschine können Wetbags für die Binden genäht werden und sie kann von Nina, Bewohnerin des Centres und Schneiderin in Ausbildung, für eigene Näharbeiten genutzt werden. Wenn mal wieder Stromausfall sein sollte, kann mit dieser Maschine bei Taschenlampenlicht also trotzdem weitergearbeitet werden. Die zweite Maschine ist eine hochwertige Industrie-Overlock, mit der die Kanten der Binden zusammengenäht werden.

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kulmine


Dokumente

Phasen zum Aufbau von dem Social Startup Lionnes
Kostenplan Juli 2020 von Lionnes
Umfrageergebnissen von Lionnes
(1) Umfassender Report über die Lebenumstände in Togo von 2017

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