Globales Lernen


Viele unserer Gründungsmitglieder haben eine Zeit im „Centre“ der Organisation IVA Togo in Kpalimé gelebt und Praktika oder Freiwilligendienste über IVA absolviert. In der Vorbereitung auf diese Zeit und während dieser wurden wir an vielen Stellen mit unseren eigenen Vorstellungen, Vorurteilen und Stereotypen über Togo konfrontiert und haben gelernt, diese und ihre Hintergründe (z.B. historisch gewachsene Strukturen oder von Vorurteilen geprägte Darstellungen, mit denen wir aufgewachsen sind) zu reflektieren und unsere eigenen Einstellungen kritisch zu hinterfragen. Dieser Prozess ist jedoch mit unserer Rückkehr nach Deutschland nicht abgeschlossen und auch seitdem ein fortlaufender Lernprozess.

Besonders im Hinblick auf unsere Vereinsarbeit, mit der wir uns in der Nord-Süd-Strukturen bewegen, ist uns Reflexion wichtig: Unsere Zusammenarbeit verstehen wir als einen gemeinsamen Lernprozess, in dem wir uns mit den globalen (post-kolonialen) Verhältnissen auseinandersetzen. Wir wollen in unserer Arbeit keine stereotypen Darstellungen reproduzieren und uns entschieden den existierenden rassistischen Strukturen entgegenstellen. Indem wir unsere Vorstellungen, unsere Werte und die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen und zusammenarbeiten, kontinuierlich hinterfragen, miteinander abstimmen und neu gestalten, wollen wir Austausch auf Augenhöhe und respektvolle Zusammenarbeit erreichen. In diesem Sinne sammeln wir hier für unsere Mitglieder, Unterstützer*innen und Besucher*innen Informationsmaterial zum „Globalen Lernen“, das den thematischen Einstieg erleichtert und auch weiterführende Inhalte anbietet. Die Informationen und Links stammen vor allem von anderen Vereinen und Nichtregierungsorganisationen, die sich der Aufklärungsarbeit des oben genannten Themas verschrieben haben. Grundlegende Begriffe haben wir für uns im „Glossar des globalen Lernens“ definiert.

Glokal e.V.
Der Glokal e.V. mit Sitz in Berlin arbeitet seit 2006 in der Bildungsarbeit zu (Post-)Kolonialismus und Rassismus und hat eine umfassende Sammlung an Materialien und Ressourcen zur Weiterbildung. Besonders empfehlenswert: Die Broschüre “Mit kolonialen Grüßen”, die einen guten Überblick über den Themenkomplex gibt: https://www.glokal.org/publikationen/mit-kolonialen-gruessen/det
Sonstige Materialien des glokal e.V., inklusive des E-Learning tools “Connecting the dots” findest du hier:
https://www.glokal.org/publikationen/

Africa is a country
Die NGO „Africa is a country“ will dem Stereotyp eines einheitlichen “Afrika-Bild” entgegenwirken und aufzeigen, wie vielseitig ein Kontinent mit 55 Nationen eigentlich ist. Die von ihnen veröffentlichten Artikel umfassen von Kultur über Politik bis hin zu Sport alle möglichen Bereiche des Lebens. https://africasacountry.com/

Gapminder
Gapminder stellt einem verschiedene Online Tools zur Verfügung, die Daten zu Einkommen, Gesundheit, Lebenserwartung, etc. weltweit grafisch anschaulich darstellen. https://www.gapminder.org/tools/?from=world#$chart-type=bubbles

Dollar Street
Das Projekt von Anna Rosling ist ein Ableger von Gapminder und zeigt wie Familien in aller Welt wirklich leben. Die Website umfasst Photos von Familien und ihren Häusern aus 50 Ländern und soll somit ein realistisches Bild vom Leben in verschiedenen Ländern weltweit vermitteln und Stereotypen und Vorurteile abbauen. Die Hausnummern der Häuser auf der Dollar Street sind die Purchasing Power, die jeder Erwachsene im dargestellten Haushalt im Monat zu Verfügung hat.
https://www.gapminder.org/dollar-street/matrix

Radiaid
Radiaid ist eine Initiative aus Norwegen, die sich kritisch mit dem Bild von Armut und dem Entwicklungsbegriff auseinandersetzt.
https://www.radiaid.com/
Besonders hilfreich ist ihr „Social media guide“, der hilft, mit den eigenen Social Media Posts der Verbreitung von Stereotypen und Vorurteilen entgegenzuwirken und eigenes Posting-Verhalten kritisch zu hinterfragen:
https://www.radiaid.com/social-media-guide

Gapminder
Gapminder stellt einem verschiedene Online Tools zur Verfügung, die Daten zu Einkommen, Gesundheit, Lebenserwartung, etc. weltweit grafisch anschaulich darstellen.
https://www.gapminder.org/tools/?from=world#$chart-type=bubbles

Dollar Street
Das Projekt von Anna Rosling ist ein Ableger von Gapminder und zeigt wie Familien in aller Welt wirklich leben. Die Website umfasst Photos von Familien und ihren Häusern aus 50 Ländern und soll somit ein realistisches Bild vom Leben in verschiedenen Ländern weltweit vermitteln und Stereotypen und Vorurteile abbauen. Die Hausnummern der Häuser auf der Dollar Street sind die Purchasing Power, die jeder Erwachsene im dargestellten Haushalt im Monat zu Verfügung hat.
https://www.gapminder.org/dollar-street/matrix

No White Saviours
No White Saviours ist eine Aufklärungskampagne mit Sitz in Kampala, Uganda. Sie setzten sich kritisch mit kolonialem Gedankengut, Rassismus und dem sogenannten „white saviour complex“ auseinander.
Neben ihrem Instagram Account (nowhitesaviours) biete auch ihre Website eine tolle Sammlung an Ressourcen zu diesen Themen.
https://nowhitesaviors.org/resources/
Weitere Materialien zu White Saviorism
https://www.deutschlandfunk.de/kulturwandel-in-der-entwicklungshilfe-keine-weissen- retter.724.de.html?dram:article_id=451305
https://www.arte.tv/de/articles/white-saviorism-wenn-hilfe-nicht-hilfreich-ist
https://open.spotify.com/episode/1qtwUCjwHcnZWaRZTHErve?si=MVROJM2mTm-1SxrEpDPLhw
Artikelsammlung zu “Cultural Appropriation”
Der Begriff “Cultural appropriation” begegnet einem häufig im Kontext von globalen Nord-Süd Beziehungen und ist oft schwierig zu verstehen und abzugrenzen. Die nachfolgenden Artikel sollen helfen den Begriff greifbarer und verständlicher zu machen. https://au.reachout.com/articles/why-cultural-appropriation-isnt-cool
https://www.goodhousekeeping.com/life/g28400114/cultural-appropriation-definition-examples/
https://www.theweek.co.uk/cultural-appropriation
https://www.theguardian.com/commentisfree/2019/apr/29/cultural-appropriation-racial- oppression-exploitation-colonialism
https://www.youtube.com/watch?v=PwEMVEmeubk
Artikelsammlung zu Volunteering Voluntourism Freiwilligendienste, besonders solche von kurzer Dauer, von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem globalen Norden in Ländern des globalen Südens sind in den letzten Jahren immer populärer geworden.
Vielerorts geraten diese Programme jedoch unter Kritik, zum einen, da die Möglichkeiten in umgekehrte Richtung, also für Jugendliche und junge Erwachsene aus dem globalen Süden für einen Freiwilligendienst im globalen Norden deutlich weniger gegeben sind, und zum anderen, weil diese Programme teilweise mehr schaden als Gutes bringen. Prominentestes Beispiel hierfür ist die NGO “Serving His children”, die in Uganda aktiv war, und deren Gründerin und Leiterin inzwischen für den Tod von über 100 Kindern angeklagt wurde.
https://www.npr.org/sections/goatsandsoda/2019/08/09/749005287/american-with-no-medical- training-ran-center-for-malnourished-ugandan-kids-105-d
Dieser Artikelsammlung soll einen Überblick über den Themenkomplex geben und eine Hilfestellung zur Reflektion des eigenen Reiseverhaltens geben, besonders falls man selbst überlegt einen Freiwilligendienst oder Voluntourism Trip zu machen.
Der Podcast “Alpaca my bags” spricht mit den beiden Leiterinnen von No white saviours (s.oben) über Voluntourism und Volunteering in low und middle income countries:
https://audioboom.com/posts/7496097-voluntourism-and-no-white-saviors
http://theconversation.com/volunteer-tourism-whats-wrong-with-it-and-how-it-can-be-changed- 86701
https://www.theguardian.com/news/2018/sep/13/the-business-of-voluntourism-do-western-do- gooders-actually-do-harm
https://www.themuse.com/advice/the-reality-of-voluntourism-and-the-conversations-were-not- having
https://www.huffpost.com/entry/is-voluntourism-itself-be_b_5197390
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/gesellschaft-leben/egotrips-ins-elend-75398

Buchempfehlungen
Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten - Alice Hasters Die deutsch-amerikanische Autorin gibt in ihrem Buch anhand vieler ihrer eigenen Erlebnisse einen Einblick darein, dass Rassismus schon bei ganz kleinen Alltags-Momenten beginnt und bis in globale Systeme reicht. Ihre Erzählungen sind unglaublich nahbar und machen so die verschiedenen komplexen Themen, die angesprochen werden nachvollziebar und verständlich.
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/was-weisse-menschen-nicht-ueber-rassismus-hoeren- wollen/978-3-446-26425-0/
A History of Global Health - Randall M. Packard
Eine spannende Übersicht darüber, wo internationale Gesundheit begann und wie sie dort angekommen ist, wo wir heute stehen, warum globale Machtgefälle und koloniale Strukturen bis heute Teil der “Global Health” Arbeit sind und welche Rolle innenpolitische Prozesse im globalen Norden für Menschen in anderen Ländern spielen konnten.
https://jhupbooks.press.jhu.edu/title/history-global-health
Factfulness - Hans Rosling
Das Buch des Gapminder Gründers Hans Rosling zeigt uns, wie wir die Welt so sehen, wie sie wirklich ist ist, wie man richtig mit Daten und Statistiken umgeht und wie irreführend diese sein können und, dass Schimpansen besser darin sind Armut, Bildung, Gesundheit und Konflikt in der Welt einzuschätzen als viele Menschen.
https://www.gapminder.org/factfulness-book/
Deutschland Schwarz Weiß - Noah Snow
Deutschland Schwarz Weiß wurde zu einem modernen Standardwerk über Rassismus und Diskriminierungen, 2018 erschien eine überarbeitete Ausgabe. Noah Snow analysiert darin den in Deutschland herrschenden strukturellen Rassismus und dessen Ursachen. Ein Werk, das Überblick über historische Entstehungsgeschichte, Phänomene und Begrifflichkeiten bietet.
https://www.noahsow.de/blog/deutschland-schwarz-weiss-2018/
Bei Fragen oder Anmerkungen wende dich gerne an mara.franke@woezonloo.de

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