Stoffbinden-Projekt


Trotz Monatsblutung in die Schule, Uni und zur Arbeit

Deine Ansprechpartnerin: Emily Wilbrand,
emily.wilbrand@woezonloo.de


Das Problem

Period Poverty, also der mangelnde Zugang zu Menstruationsprodukten und Sanitäranlagen, ist ein globales Gesundheitsproblem. In einer groß angelegten Studie1 von 2017 berichteten 12% der 6080 togolesischen Mädchen und Frauen, aufgrund ihrer Periode nicht an sozialen Aktivitäten, Schule oder Arbeit in den letzten 12 Monaten teilgenommen zu haben. In unserer eigenen Umfrage mit 90 Frauen und Mädchen in Togo gaben dies sogar 70% der Teilnehmerinnen an. Insbesondere Mädchen im Menarchenalter (Anfang der Menstruation) in Togo sind häufig schlecht oder gar nicht aufgeklärt, schämen sich und werden stigmatisiert. Studien deuten darauf hin, dass unzureichende Aufklärung und Unterstützung dieser Mädchen mit diversen negativen psychologischen und körperlichen Folgen zusammenhängen.

Unser Lösungsansatz

Unser Partnerverein baut mit unserer Unterstützung seit Anfang des Jahres eine Nähwerkstatt auf, in der 5 Näherinnen weitergebildet wurden, Damenbinden aus Second Hand T-Shirt Stoffen zu nähen. Die Binden sind bereits in Verwendung: Sie funktionieren einwandfrei, sind leicht waschbar und somit für eine lange Zeit wiederverwendbar.

Ökologisch: 16.800 Einmalbinden schmeißt eine Frau im Leben weg. Der Stoff unserer Binden hat in Europa bereits als T-Shirt gedient und erlebt in Togo ein neues Leben als Damenbinde, die mehrere Jahre halten kann.

Günstig: Eine Togolesin tritt 2,8% ihres Einkommens für Einmalbinden (75 Cent/Periode bei Ø40€/Monat) ab. Zum Vergleich bezahlt eine Deutsche nur 0,08% ihres Einkommens für Periodenprodukte. Der Preis unserer Stoffbinden rentiert sich nach wenigen Monaten.

Komfortabel und sicher: Weich und aufsaugbar ist die Baumwolle der bereits häufig gewaschenen T-Shirts. 57% der Togolesinnen nutzen wiederverwendbare Materialien während der Menstruation1, allerdings sind diese meistens nur gefaltete Stoffreste, die bei Bewegungen leicht verrutschen können.

Wir haben eine Fortbildung entwickelt, in der wir innerhalb eines Tages Frauen ausbilden, die Lionne Binden zu verkaufen und gleichzeitig ihre Kundinnen über den weiblichen Zyklus aufzuklären. Im Mai 2021 haben wir so 100 Togolesinnen aus der Stadt Kpalimé zu Lionne-Beraterinnen fortgebildet. Um den Bekanntheitsgrad der Lionne-Binden zu erhöhen und so den Verkaufserfolg zu steigern, planen wir aktuell diverse Promotionaktionen. Wir werden u. a. im Radio Sendungen über die Lionne Binden und den weiblichen Zyklus machen. Zudem werden Teams bestehend aus Beraterinnen und deutschen Weltwärts-Freiwilligen von Tür zu Tür in den Vierteln Kpalimés gehen, um die Stoffbinden und ihre Vorteile vorzustellen. Diese Art des Marketings ist in Togo üblich und von der Bevölkerung anerkannt.

06.10.2021: Wir haben 1.232,50 € Spendengelder erhalten
Wir beantragen heute Spendengelder in der Höhe von 1.232,50 €. Davon werden wir Bauteile für eine Binden-Presse finanzieren. Die Presse soll die Bindenproduktion vereinfachen und dadurch die Binden günstiger im Verkauf machen und die Hände der Näherinnen schonen, die die Binden ansonsten mit der Schere einzeln ausschneiden. Zudem werden davon die monatlichen Gehälter der Näherinnen und der weiteren Projektmitarbeiter:innen finanziert. Überdies werden wir verschiedene Promotionaktionen vor Ort in Togo finanzieren. Die Binden sollen bekannter werden, daher wird unser Team in Togo sowohl in Hausbesuchen die Binden vorstellen als auch Radiosendungen und Radiowerbespots machen und ausstrahlen lassen.

08.08.2021: Togo-Update: Eine Binden-Presse fürs Binden-Projekt!
In diesem Newsletter möchte ich euch von den letzten Entwicklungen in unserem Stoffbinden-Projekt erzählen.

Unser togolesisches Team ist aktuell jeden Tag auf Achse und klapperte bisher 57 der über 100 Beraterinnen ab. Nachdem die Frauen an den Fortbildung teilgenommen haben, sind sie mehr oder weniger aktiv. Es ist also ein Follow-Up nötig, um mehr Erkenntnisse aus der Praxis zu erhalten. Abel, Hélène und Boris von IVA besuchen unsere Beraterinnen aktuell bei sich zuhause, bei ihrer Arbeit (häufig Friseurin oder Verkäuferin von z. B. Tüchern oder Yams-Wurzeln) oder empfingen sie im IVA-Sitz.

Stoffbinden-Projekt
Zwei Friserinnen und der Friseurinnen-Gewerkschaftschef besuchten IVA, um über ihren Bindenverkauf zu sprechen.

Dabei bringen sie in Erfahrung, wie die Frauen sich in ihrer Rolle als Lionne-Beraterin fühlen, wie sie die Binden verkaufen, welche Herausforderungen und Probleme sie bisher im Verkauf erlebt haben und was ihre Lösungsansätze sind. Stoffbinden-Projekt

Zudem erfässt das Team die GPS-Daten der Wohn- bzw. Arbeitsorte der Beraterinnen. Dadurch werden wir eine Map machen können, um eine bessere Übersicht über die Verteilung der Beraterinnen zu bekommen und auch um Access-Points zu bestimmen, wo wir größere Mengen an Binden lagern können, mit denen dann die nahe wohnenden Beraterinnen versorgt werden können. In einem späteren Newsletter werden wir euch genauer über den Ausgang dieser Evaluationen berichten.

Stoffbinden-Projekt

Zweite richtig tolle Nachricht ist, dass die deutschen weltwärts-Freiwilligen (9 Leute dieses Jahr!) Ende September zu IVA nach Togo reisen dürfen! Das ist sooooo großartig für IVA, die ja ausgeschrieben "International Volontaire en Action" heißt, also eigentlich deren "Hauptgeschäft" die Betreuung von internationalen Freiwilligen ist. Heißt zum einen wird IVA wieder mehr eigene finanzielle Mittel haben und zum anderen, dass unsere Projekte neuen Wind und tolle Unterstützung bekommen werden. Wir dürfen speziell im Stoffbinden-Projekt Lizanne und im "Centre"-Projekt Jonathan als neue Freiwillige begrüßen, die ein gnazes Jahr vor Ort mitarbeiten werden. Gerade von den beiden werdet ihr also in der kommenden Zeit noch einiges hören. :)

Dritte gute Nachricht ist, dass wir 40.000 gewebte Lionne-Labels aus China bestellt haben. Dieses Mal kosten sie mit 1,3 Cent/Stück sogar nur die Hälfte als zuvor! Sie sind Mitte-Ende Juli produziert worden und genau heute in Lomé eingetroffen. Perel kann die große Ladung also bald aus der Hauptstadt abholen. :) Sie kommen genau zur rechten Zeit, denn unsere Näherinnen haben bereits 9.500 Binden genäht und mit Label versehen. Somit ist die erste Ladung Labels fast aufgebraucht. Die 40.000 Labels haben inkl. Transport 511€ gekostet. Dafür haben wir Bedarfe auf Betterplace angelegt. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns hier finanziell noch etwas unter die Arme greifen würdet.

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Letzte große Neuigkeit: Die Näherinnen schneiden bisher noch jede Binde mit einer gewöhnlichen Schere aus. Das kostet a) sehr viel Zeit und ist b) bei der Masse an Baumwollstoff körperlich sehr, sehr anstrengend für die Frauen. Ich habe ernsthaft Sorgen, dass sie sich mit der Zeit ihre Hände kaputt machen und sich womöglich Sehnenscheidenentzündungen zuziehen könnten. Mein Mitbewohner, der Industriemeister Metall ist, hatte eine super Idee, um dieses Problem zu lösen: eine Presse, mit der die Bindenformen aus mehreren Lagen von T-Shirts ausgestanzt werden.

Ungefähr so könnte die Presse aussehen:

Stoffbinden-Projekt

In einem ersten Testlauf werden wir ausprobieren, ob die Idee wie vorgestellt funktioniert bzw. was wir modifizieren müssen, bevor wir für alle 5 Bindengrößen alle Materialien bestellen (jap, es gibt mittlerweile 5 Größen - auf Wunsch einiger Kundinnen wurde die extrem saugstarke "Super Maxi 2" ins Leben gerufen). Für diesen ersten Testlauf benötigen wir u. a. Werkzeugstahl (60€), Kunststoffplatten (70€), einen Schonhammer (16€) und eine Stahlplatte (70€). Wenn ihr uns hier unterstützen könntet, freuen wir uns sehr! Kommende Woche werden wir vielleicht schon mit Ergebnissen aufwarten können. Wenn das Projekt so läuft wie geplant, kommen Kosten um die 1.500€ auf uns zu, was zum großen Teil der sogenannten "Kniehebelpresse", in die dann die jeweiligen Schneideinsätze geschraubt werden, geschuldet ist. Aber alles zu seiner Zeit. Wir gehen jetzt erstmal in die Pilotphase. Ich bin sehr gespannt. :)

14.07.2021: Wir haben 1.385,46 € Spendengelder erhalten
Heute beantragen wir 1.385,46 € an Spendengeldern für das Stoffbinden-Projekt. Wir wollen für unsere Bindennäherinnen zwei weitere Nähmaschinen kaufen. Es hat sich in der Serienproduktion erwiesen, dass Arbeitsabläufe etwas stocken, da es an Maschinen fehlt. Daher werden wir eine pedalbetriebene und eine weitere Overlock-Maschine zur Versäumung der Binden kaufen. Welche Overlock wir dieses Mal kaufen werden, werden wir mit unserer deutschen Partnerin und Stoffbindenexpertin Kulmine besprechen.

07.06.2021: Endlich da: Bericht über die Fortbildungen
Ich grüße euch herzlich und möchte euch in diesem Newsletter von den Bindenberaterinnen-Fortbildungen berichten, die wir vor einem Monat in Togo durchgeführt haben. Ich bitte euch zu entschuldigen, dass ich erst verspätet von diesem wichtigen Projektfortschritt berichte. Nach den anstrengenden Fortbildungen mussten wir diverse Dinge für meine Abreise vorbereiten. Ich bin Ende Mai wieder nach Deutschland gekommen und bin nun an diesem Wochenende nach Berlin gezogen. Aber nun komme ich an diesem sonnigen Nachmittag dazu, euch auf den neuesten Stand zu bringen.

Warum noch mal Fortbildungen? Die Serienproduktion der Stoffbinden läuft. Es war an der Zeit, die Binden auf den Markt zu bringen. Wir wollten, dass (1) mit jeder verkauften Binde auch Wissen über Menstruation verbreitet wird und (2) dass möglichst viele und unterschiedliche Frauen Zugang zu den Binden erhalten. Daher war früh klar, dass wir Beraterinnen ausbilden möchten, die sowohl über Menstruation aufklären können als auch die Kundinnen von den unbekannten Stoffbinden überzeugen können.

Ablauf
Anfang Mai hielten wir drei Tagesfortbildung für jeweils 30 Frauen und Mädchen.

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Hier ist die 2. Gruppe zu sehen. An diesem Tag haben wir 30 Schülerinnen aus allen möglichen Schulen in Kpalimé eingeladen. Dies war meine Lieblingsgruppe. Die Mädels waren so dynamisch, interessiert und einfach "schnell von Kapee".

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Am Anfang füllten die Teilnehmerinnen einen Fragebogen aus, der neben allgemeinen Verhaltensweisen während der eigenen Periode auch das Wissen der Frauen über Menstruation testen sollte. Die Ergebnisse werden wir in einem anderen Newsletter mit euch teilen. Nach einer Analyse der ersten Gruppe lässt sich allerdings schon sagen, dass viele Misskonzepte über die Menstruation bestanden und dass die wenigsten jemals etwas von einem unbefruchteten Ei und abgestoßenem Uterusgewebe gehört hatten.

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In der ersten Partie präsentierten wir den Mädchen und Frauen die Verwendung, das Waschen und die Vorteile der Stoffbinden. Wir gingen auf die gesundheitlichen, sozialen, ökonomischen, ökologischen und bildungsrelevanten Aspekte unseres Stoffbinden-Projekts ein.

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Alle erhielten ein Fortbildungskit, enthalten waren ein Manual, ein laminiertes Schild mit einer einfachen bebilderten Erklärung des Zyklus und auf der Rückseite einem Balkendiagramm, das verdeutlicht, dass sich die Lionne-Stoffbinden schon nach ein paar Monaten amortisieren. Zudem war Stift, ein Heft enthalten und ein Vordruck, den sie zur Organisation ihrer Verkaufspartys nutzen können. Jede Teilnehmerin hat außerdem ein schickes Lionne-T-Shirt bekommen und kann damit Werbung für die Binden machen.

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Oben erklärt Gentille, wie sich mit einer wiederverwendbaren Stoffbinde Geld sparen lässt. Ein Hauptargument für einige Frauen in Kpalimé.

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Als nächstes brachten wir alle Teilnehmerinnen auf einen Wissensstand über die biologischen Prozesse des weiblichen Zyklus. Ein ergreifender Moment war für mich, als Frauen sich bei mir im Nachhinein bedankt haben und sagten, dass sie so glücklich seien, nun endlich zu wissen, was da jeden Monat vor sich geht und dass sie nun stolz auf ihre Menstruation seien. Vorher dachten sie, dass es verdorbenes Blut sei, von dem sich der Körper entledigt. Dass sie aber dank ihrer Menstruation ihre Kinder bekommen konnten, das wussten sie vorher nicht.

Stoffbinden-Projekt



Stoffbinden-Projekt

In der darauffolgenden Übung erklärten die Damen sich gegenseitig den weiblichen Zyklus mithilfe ihrer laminierten Schilder. Hier konnte das Wissen verfestigt werden und bestehende Fragen geklärt werden. Letztlich sollen die Frauen empowert werden, andere Frauen über den Zyklus aufzuklären.

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Die Haus-Maman des Centres hat mit weiteren Frauen früh morgens angefangen für 40 Personen pro Tag zu kochen. Ich war so beeindruckt, wie sie sooo viel Reis mit Hähnchen und sogar einen Kartoffelsalat als Vorspeise mit einer Feuerstelle und einem kleinen Kohleöfchen zubereiten kann. Auf dem Bild seht ihr links Maman Thérèse und drei der Näherinnen, die auch bei der Fortbildung teilgenommen haben und wie selbstverständlich bei der Essensausgabe mitgeholfen haben. Diese weibliche Solidarität habe ich auch bei den anderen Teilnehmerinnen beobachtet. Einige haben vor der Fortbildung Maman in der Küche geholfen. Wir vermuten, wenn (togolesische) Männer teilgenommen hätten, dann hätten sie keinen Finger gerührt...

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Stoffbinden-Projekt

Am Nachmittag erhielten die Frauen ein Verkaufstraining und konnten in Rollenspielen die Verkaufssituation ausprobieren. Einige mutige Teilnehmerinnen spielten den Verkauf sogar vor der ganzen Gruppe vor.

Am Ende erhielt jede Teilnehmerin umgerechnet 3€, um ihre Fahrtkosten zu begleichen. Zudem wurde jede Beraterin mit ein paar Bindenboxen ausgerüstet für den ersten Verkauf. Zu dem Zeitpunkt war die Lieferung der Papierboxen leider noch in Verzug, weshalb wir den Damen nur wenige direkt geben konnten. Diese Knappheit hat sich nach ein paar Wochen aber wieder entschärft, sodass die Beraterinnen beim Nachschubholen so viele Boxen auf Komission mitnehmen konnten, wie sich schätzten, verkaufen zu können.

Das Hauptziel meines Aufenthalts war es, den Verkauf der Binden zu starten und Binden-Beraterinnen auszubilden. Dies und vieles, vieles mehr im IVA Centre, also dem Waisenheim, in dem das Bindenatelier auch ist, haben wir über die Erwartungen hinaus erreicht. Unser Team ist sehr glücklich, dass wir so viel in diesen letzten Monaten geschafft haben. Wir möchten uns ganz herzlich bei euch bedanken. Mit eurer finanziellen Unterstützung ist dieser wichtige Meilenstein überhaupt möglich gewesen. Es fehlen aktuell auf betterplace noch ein paar Bedarfe der Fortbildung, u.a. eine Aufwandsentschädigung für Maman Thérèse und ihre Köchinnen und die Honorare für uns Trainer:innen. Wir haben uns fünf Fortbildungsleitern pro Fortbildungstag umgerechnet 15€ ausgezahlt. Eine extra Vergütung für diese sehr anstrengenden Tage neben der monatlichen Bezahlung der togolesischen Koordinator:innen ist sehr wichtig für die Motivation und gibt Wertschätzung dem großen Einsatz gegenüber.

Vorherige Projektfortschritte
26.05.2021: Wir haben 2.258,85 € Spendengelder erhalten
Der vollständige Bericht inkl. Bildern auf Betterplace.org

Heute lasse ich unserem Verein 2.258,85€ von Betterplace überweisen. Wir werden damit unter anderem die Kosten der Fortbildungen der Lionne-Beraterinnen finanzieren. Wir haben an drei Tagen eine Fortbildung durchgeführt, um die insgesamt 87 Frauen zu Stoffbinden-Beraterinnen auszubilden. Inhalte der Fortbildungen waren Informationen über die Lionne-Binden, Menstruation und Verkaufstechniken. Wir ließen alle neu gelernten Erkenntnisse in interaktiven Kleingruppen einüben. Die Frauen haben alle am Ende sich ins Programm eigeschrieben und Bindenboxen erhalten, von denen einige Frauen bereits welche verkauft haben. Zudem bezahlen wir aktuell die togolesischen Projektmitarbeiter:innen Perel mit 183€ und Gentille und Abel mit jeweils 122€ pro Monat. Gleichzeitig finanzieren wir die Ausgaben der Bindenwerkstatt, da die Ausgaben noch nicht von den Einnahmen gedeckt werden. Pro Binde werden die Näherinnen bspw. mit 30 Cent vergütet. Dazu kommen Rohmaterialien, Strom, Etiketten, Papierboxen und Studiomiete. Von den Papierboxen haben wir 4.000 Stück à jeweils 19 bzw. 27 Cent bestellt und bezahlt.

05.05.2021: Wir haben 1.279,16 € Spendengelder erhalten
Der vollständige Bericht inkl. Bildern auf Betterplace.org

Wir nutzen diese Spendensumme, um die Fortbildungen von 60-80 Lionne-Beraterinnen zu finanzieren. Enthalten sind Anreisekosten, Fortbildungsmaterialien, Verpflegung, 150 T-Shirts, Kommunikations- und Transportkosten der Mitarbeiter:innen. Außerdem finanzieren wir einen Drucker und ein Laminiergerät und die Gehälter der drei Projektmitarbeiter:innen. Überdies haben wir 4.000 Papierverpackungen zwischen 0,20€ und 0,27€ in Auftrag gegeben.

04.05.2021: Vorbereitung der Beraterinnen-Fortbildungen
Der vollständige Bericht inkl. Bildern auf Betterplace.org

Ich war wohl selten so happy während des Newslettersschreibens, wie ich es jetzt bin. Wir sind im Fluss und alles kommt im richtigen Moment zusammen. Diese Inspiration, Motivation und diesen Stolz möchte ich mit euch teilen.

Unsere Papierboxen sind angekommen! Die Leser:innen, die unser Projekt schon länger verfolgen, wissen, was das für uns bedeutet. Wir haben vor einem halben Jahr angefangen, nach geeigneten Möglichkeiten zu suchen, um die Stoffbinden umweltbewusst und gleichzeitig staubfrei zu verpacken. In Togo fliegt viel Staub rum, daher kann man ein Intimprodukt nicht einfach unverpackt verkaufen. Es ging hin und her mit einem Verpackungsmenschen im Norden Togos, finally ist das Design fertig und die ersten 200 Boxen haben wir erhalten. In diesem Monat werden innerhalb von vier Lieferungen 4.000 Boxen bei uns eintreffen.

2.700 Binden warten darauf, verpackt zu werden. Wir hoffen, dass bald der nächste Schub an Boxen geschickt wird

Außerdem sind 150 T-Shirts nun fertig mit unseren Logos bedruckt und warten darauf, von den Beraterinnen zur Schau getragen zu werden. :D

Und unsere Leinwand hängt nun auch, unsere Fortbildung wird mit einer Powerpoint unterstützt. Vermutlich haben die wenigsten der Teilnehmerinnen je eine Beamerprojektion gesehen. Wir haben extra ein paar mehr Animationen als für Deutsche gewöhnt reingepackt und größtenteils Bilder zur Unterstützung unseres Vortrags genutzt.

In diesem Moment bereiten wir eifrig die Fortbildungen für die künftigen Lionne-Beraterinnen vor. Eigentlich hätte die erste Fortbildung mit den Friseurinnen gestern stattfinden sollen. Aber Sonntag Abend bekamen wir einen Anruf von der Gewerkschaft, in dem sie für Montag abgesagt haben. Ich war sehr erleichtert, denn obwohl wir die letzten Tage von morgens bis abends vorbereitet haben, sowohl hier in Togo als auch im Team in Deutschland, hätte es noch eine lange Nachtschicht geben müssen gestern. Manchmal treffen Dinge einfach perfekt zusammen. Nun können wir heute und morgen alles entspannt vorbereiten und freuen uns am Mittwoch, die erste Fortbildung für ca 20 Frauen aus verschiedenen Gruppen und Vierteln zu halten. Am Samstag folgt die zweite Forbildung mit 20-30 Schülerinnen und am Montag terminieren wir mit den Friseurinnen.

Frede (10 Jahre) hilft fleißig mit, die Boxen zuzukleben und die Beipackzettel zu falten. In jede Verpackung legen wir einen Beipackzettel, der in einfachem Französisch und mit Piktogrammen die Menstruation erklärt und eine Waschanleitung enthält.

Einen riesen Schub hat unser Projekt nun auf deutscher Seite bekommen! Bis vor kurzem habe ich das Stoffbinden-Projekt auf deutscher Seite beinahe allein organisiert- abgesehen von gelegentlichen Antrags- und Bewerbungsschreibenkorrekturen. Die anderen Mitglieder unseres Vereins haben sich auf andere Projekte konzentriert. Nun konnte ich aber einen ganzen Schub an neuen Mitgliedern gewinnen: Ich habe in der Uni Trier 2,5 Jahre lang ein Statistiktutorium gehalten und konnte vor ein paar Monaten ein knappes dutzend Mädels aus den ersten Semestern für unseren Verein begeistern. Wir sind nun 10 motivierte und engagierte Menschen in Deutschland, die das Stoffbinden-Projekt vorantreiben! Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für eine unglaubliche Entlastung und Freude ist, diese tollen neuen Teammitglieder zu haben! Je mehr wir sind, desto mehr können wir erreichen, um Period Poverty Stück für Stück zu bekämpfen und Frauen in Togo zu empowern. Vier super motivierte Mitglieder werden unseren Woé zon loo e.V. Instagramaccount (woezonloo_in_togo) unter ihre Fittiche nehmen und einen Lionne Stoffbinden-Projekt Instagramkanal aufbauen. Yeah! Zudem werden wir eine Website für Lionne aufbauen. Das Grundgerüst steht schon, nun müssen noch Content und Texte produziert werden. Unser Team ist für weitere Unterstützende offen! Wenn du dir vorstellen kannst, in irgendeiner Weise remote mitzuwirken, auch wenn du noch nicht weißt wie, dann melde dich sehr gerne unter emily.wilbrand@woezonloo.de. Man muss weder Französisch sprechen, noch Erfahrung in Projektarbeit haben. Bei uns gilt das Motto learning by doing.

Und wo ich gerade dabei bin: Hast du Lust oder kennst du jemanden, die/der Lust hat, ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst bei IVA in Togo zu machen? Praktika sind immer möglich in verschiedenen Bereichen (Radio, Schule, NGO, Öffentlichkeitsarbeit, Waisenhaus ...) und auch im Stoffbinden-Projekt möglich. Die 12 monatigen Freiwilligendienste werden von weltwärts gefördert und der Verein Eine Welt Netz NRW begleitet und entsendet die Freiwilligen. Auch das Stoffbinden-Projekt ist offizieller weltwärts-Einsatzplatz. Wir suchen noch eine motivierte und initiative junge Frau, die ab August ein Jahr im Stoffbinden-Projekt einen Freiwilligendienst machen möchte. Hier gibts mehr Infos über diesen einmaligen Einsatzplatz! Leitet diese offene Stelle sehr gerne an eure Bekannten weiter. Deutsche Freiwillige vor Ort zu haben, ist sehr hilfreich, daher freuen wir uns auf Anfragen und Bewerbungen. Schreibt mir unter emily.wilbrand@woezonloo.de Bzgl Corona: Während in Deutschland wir aktuell mit 148 Fällen bei 100.000 Personen auf 7 Tagen zu kämpfen haben, sind es hier 2,2 Fälle! Und die spielen sich eher in der Hauptstadt Lomé ab. Man bekommt hier nicht wirklich mit, dass im Rest der Welt eine Pandemie tobt. Restaurants und Bars haben auf - es lässt sich wirklich gut hier leben. Auch ein Argument, ein bis ein paar Monate hier Praktikum zu machen ;)

Anlässlich des Girls Day hat Betterplace Ende April eine Spendenaktion gemacht und uns neben sieben weiteren Organisationen ausgewählt, die einkommenden Spenden zu erhalten. 131 Spender:innen haben unserem Stoffbinden-Projekt damit 774,62 € gespendet und Betterplace hat noch 148€ draufgelegt. Diese Aktion kam wirklich genau zum richtigen Zeitpunkt. Vielen Dank an alle Beteiligten!

20.04.2021: Projektarbeit in der Hauptstadt Lomé
Der vollständige Bericht inkl. Bildern auf Betterplace.org

es ist immer wieder eine Freude für mich, diesen Newsletter zu verfassen und zu wissen, dass dieser mittlerweile 113 interessierte Menschen erreichen. Ich möchte mich an dieser Stelle für euer Interesse, eure Spenden und eure lieben Mails herzlich bedanken! Ihr seid alle ein integraler Teil unseres Projekts. Neben eurer finanziellen Unterstützung lebt dieses Projekt auch vom Weitererzählen und Teilen unserer Geschichte. Wenn ihr heute also etwas Gutes tun möchtet, dann lade ich euch ein, den Projektlink https://www.betterplace.org/de/projects/83488?utm_campaign=user_share&utm_medium=ppp_stats&utm_source=Link nach dem Lesen dieser Mail auf eurem Whatsappstatus zu posten, in eure Familien- oder Freundesgruppe reinzustellen oder auf Instagram oder Facebook zu teilen. Menschen werden sich für unser Projekt interessieren, wenn ihr eure persönliche Erfahrung und Begeisterung für unser Stoffbinden-Projekt mit ihnen teilt. Danke für euer Engagement! ❤️

Sooo nun zu unser arbeitsreichen und erfolgreichen Woche in Lomé: Im letzten Newsletter hatte ich euch ja bereits von Abel erzählt. Er ist ehemaliger Bewohner des Centres und schließt in diesem Jahr seinen Bachelor in Soziologie ab. Gleichzeitig lernt er fleißig Deutsch, um im nächsten Jahr einen Freiwilligendienst in Deutschland machen zu können. Seit drei Wochen arbeitet er mit uns im Projekt und ist eine riiiiesen Hilfe! Ohne ihn wären wir längst nicht so weit, wie wir es jetzt sind. Abel und ich sind vom 10.-17. April in die Hauptstadt Lomé gefahren, wo er (aktuell online) studiert. Wir hatten drei Ziele: 1) Büroausstattung fürs Projekt kaufen 2) Antrag bei einer Stiftung schreiben 3) Werbefilm drehen

In Lomé haben wir zu dritt mit seinem Bruder in seinem 9 qm Mietszimmer geschlafen, in dem der Ventilator 24/7 läuft. Denn Leute, es ist sooo heiß in Lomé! Kennt ihr das, wenn ihr so sehr schwitzt, dass euch der Schweiß einfach runtertropft und ihr 5 Min nach der dritten Dusche an einem Tag wieder eine schwitzige Stirn habt? (In Kpalimé, wo ich aktuell wieder bin, ist es zum Glück angenehmer). Meine Aufgabe war zunächst einen Antrag an eine Stiftung zu schreiben. Es geht um unsere Aufklärungsarbeit über Menstruation und Sexualität und Binden-Selbstnäh-Workshops ab Herbst. Wie genau wir diese Aktiviäten neuerdings planen, werde ich euch im nächsten Newsletter verraten. Wer nicht warten möchte, kann hier den ganzen Antrag finden. ;) Ich habe mich während der ersten 2,5 Tage auf dem Innenhof mit einem Plastikstuhl von Schattenfleck zu Schattenfleck bewegt, um den 22 seitigen Antrag zu schreiben und die Kommentare meiner Vereinskolleginnen einzuarbeiten.

Am Sonntag 11.4. schickte ich unseren Antrag über 5.000€ an die anvisierte Stiftung. Diese tagte bereits vergangenes Wochenende. Leider wurde unseren Antrag abgelehnt mit Argumenten (zu wissenschaftlich aufbereitet (Evaluation), zu viele Experten beteiligt und die Geschlechter sollten laut ihnen bei der Aufklärung getrennt werden), die für uns und unsere togolesischen Partner:innen nicht ganz nachzuvollziehen waren. Wir finden es wichtig, dass Aktivitäten nicht einfach nur gemacht werden, sondern auch ihre Wirksamkeit evaluiert wird. Zudem brauchen unsere Aufklärungsaktivitäten lokale Experten, die nicht zwangsweise 100% aus Frauen bestehen müssen. Und eine Trennung wäre laut der Koordinator:innen von IVA sogar schädlich für die Aufklärung der Jugendlichen. Es ist hier in Togo ganz normal, dass zwischen Mädchen und Jungen in Hinsicht von sexuellen Aufklärungsworkshops keine Unterschiede gemacht werden und es um ein gemeinsames Lernen geht. Aber so läuft das Projektmanagement, man kriegt nicht an jeder Tür, an die man klopft, Unterstützung. Wir werden aber andere Finanzierungsquellen für unsere Aktivitäten im Herbst finden. Wir sind uns nämlich sicher, dass unsere Planungen 100%ig an die Situation in den Dörfern rund um Kpalimé angepasst sind und dass die Workshops erfolgreich sein werden, da meine togolesischen, studierten und sehr erfahrenen Partner:innen und ich das Projekt hier lokal entwickelt haben. Bei der Finanzierungssuche ist es übrigens beruhigend zu wissen, dass wir so eine starke Spenderbasis haben. Danke, dass es euch gibt!

Back zur Erzählung: Während meiner "Bürozeit" ist Abel in der zwei-Millionen-Einwohnerstadt Lomé hin und her mit Taximotos gefahren, um diverse Einkäufe zu tätigen. Extra ohne mich Yovo ("Weiße") - denn sonst hätten wir wohl das Doppelte blechen müssen. Abel konnte sein großes Kontaktnetz nutzen, um passende Verkäufer zu finden. In Togo ist es wirklich nicht leicht, gute technische Geräte zu einem vernünftigen Preis zu finden, da hilft Vitamin B, Handlungsgeschick und Ortskunde. Für das Stoffbinden-Projekt haben wir nun einen HP Laserfarbdrucker (442€), ein Laminiergerät (61€), Laminierfolie (31€) und ein paar tausend Seiten A4 Papier (15€). Leider war mein Kameraakkuauflader vor kurzem kaputt gegangen; um einen Ersatzlader irgendwo in Lomé zu finden, hat sich Abel mächtig ins Zeug gelegt. Ohne Auflader hätten wir nämlich keinen Werbefilm drehen können. Nach ein paar Anläufen konnte er schließlich einen Originallader finden. Zusätzlich haben wir mit vereinsinternen Spenden eine 2x2m Leinwand gekauft. Element44 hat uns nämlich Beamer gespendet, mit denen wir nun regelmäßig Bildungskinoabende für die Kinder und Jugendlichen aus dem Viertel von IVA anbieten können. :)

Nach diesen drei anstrengenden Tagen erholten wir uns am Montag etwas und besuchten den Altkleidermarkt. Hier findet man Markenjeans für 3€! Ich nutzte die Gelegenheit und kaufte mir so einige Klamotten, hach ja, das tat meinem sparsamen Frauenherz gut.^^ Am Dienstag widmeten Abel und ich uns der Ideenfindung und des Drehbuchsschreibens. Abel hatte zusätzlich zu seiner ersten Idee eine zweite coole Idee und daher entschlossen wir uns spontan, statt einem gleich zwei Werbefilme umzusetzen in den nächsten zwei Tagen.

Am Mittwoch war der Drehstart des längeren Videos um 8:00 geplant. Wir standen um 6:00 auf, bereiteten zu zweit den Drehort (in Abels Innenhof) vor und instruierten Gael, eine Freundin von Abel, die die Protagonistin spielen sollte. Die andere Frau (Bernice) kam eine Stunde zu spät. Deutsche Pünktlichkeit ist leider nicht so verbreitet. Gael teilte dann nach zwei Stunden mit, dass sie übrigens um 10:30 wieder gehen muss, ihr wurde morgens von der Uni angekündigt, dass sie Kurse habe. Wir waren etwas perplex und erklärten, dass so ein Videodreh den ganzen Tag dauerte. Aber gut, zum Glück sind wir ja handlungsorientiert und verschoben den Drehtermin auf morgen (wo wir eigentlich das andere Video filmen wollten). Imma (22), eine andere Freundin von Abel, die in diesem zweiten kürzeren Video mitspielen würde, konnte dankenswerterweise auch an diesem Nachmittag, also fuhren wir etwas später zu ihr, um dort recht spontan das eine Video zu drehen. Als wir ankamen, war das Baby von Imma etwas krank, auf unseren Vorschlag hin ging die Cousine mit dem Baby und dem von uns im Voraus gegebenen Honorar ins Krankenhaus. Es ging dem Baby dann schnell wieder gut. Es konnte also losgehen. Und es lief super!

Dieser Tag ging also trotz anfänglicher Startprobleme super aus. Donnerstag, wussten wir, wird es nochmal anstrengend, denn da würden wir von 8:00-17:00 das längere Video drehen. Dass wir mit noch größeren Problemen als am Mittwoch konfrontiert werden würden, hätten wir nicht gedacht... Tja, doch. Gael tauchte einfach nicht auf. Nach 1,5 Stunden nach Drehbeginn schreibt sie, dass sie übrigens etwas zu spät ist. Später erfuhren wir, dass sie wohl im Krankenhaus war. Aber Bescheid sagen muss man halt trotzdem. Wir mussten schnell umdisponieren. Also riefen wir Imma, die Schauspielerin von gestern an, und wieder war sie super flexibel und kam mittags an. In der Zwischenzeit drehten wir alle Einstellungen, in denen nur Bernice zu sehen war, während Abel den Text der Protagonistin einsprach. Ich kann das später so schneiden, dass man unseren Umweg nicht merken wird. Imma hat schnell den Text auswendig gelernt und wir konnten alle Einstellungen, die ich gerne wollte, filmen. Letztlich lief der Dreh ohne weitere größere Probleme.

Lomé bietet einige gute Restaurants, sodass Abel und ich es uns nach diesen unfassbar anstrengenden und doch super erfolgreichen Tagen etwas gut gehen lassen konnten. In "teuren" Restaurants bezahlten wir für uns beide zusammen nur 10-15€. Alle Essens- und Mototaxiausgaben haben wir von dem Projektbudget bezahlt.

Nun sind wir wieder wohlbehütet im IVA Centre in Kpalimé und werden nach getaner Arbeit von unserer Maman Thérèse lecker bekocht. In diesen 1-2 Wochen werden wir die Fortbildung der Lionne-Beraterinnen vorbereiten, sodass der Verkauf voraussichtlich in wenigen Wochen starten kann! Ich bin schon sehr gespannt, ihr hoffentlich auch!

Unterstützt uns sehr gerne mit einer Spende und mit Weitererzählen! Wir sind alle gemeinsam auf einer bedeutsamen, nachhaltigen Mission - Wir kämpfen gegen Periodenarmut und ungewollte Schwangerschaften und für finanzielle Unabhängigkeit von togolesischen Frauen!

Jede Unterstützung bringt uns unserem Ziel näher.

31.03.2021: Emily in Togo - erster Statusbericht!
Der vollständige Bericht inkl. Bildern auf Betterplace.org

Herzliche Grüße sende ich euch aus Togo! Wow, es ist sooo wunderbar hier zu sein. Ich wurde wahnsinnig herzlich empfangen und mir wird jeden Tag gezeigt, wie sehr meine IVA-Familie meine Anwesenheit freut. Es ist nun 3,5 Jahre her, dass ich meinen einjährigen Freiwilligendienst hier abgeschlossen habe. Dennoch kennen mich sogar die Betreiberinnen der "Africa Bar" noch beim Namen :D Ich war damals wohl ein paar mal öfter dort^^

Ich bin vor zwei Wochen am 17.3. spät abends im Centre eingetroffen. Das Centre ist ein Zuhause für über 15 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus schwierigen Lebensverhältnissen und das Herzensprojekt unseres Vereins. Maman Thérèse hat extra für mich das eine Zimmer herrichten lassen, das eine Dusche und ein WC in einem Nebenzimmer hat. Das ist so ein Luxus und erleichtert mir mein Ankommen hier sehr. Direkt am ersten Tag ging die Arbeit los. Wir haben die ersten beiden Tage genutzt, um unser Programm der ersten Wochen durchzuplanen. Zwei dringende tasks sind die Papierverpackungen und der Druck von Lionne T-Shirts. Wir haben mittlerweile zwei Boxen mit dem neuen Design von unserem Produzenten im Norden Togos geschickt bekommen, allerdings müssen immer noch Kleinigkeiten geändert werden. Er hat nun ein dickeres Papier verwendet, das eine deutlich bessere Stabilität hat als das letzte.

Die Verpackungen sind ein Flaschenhals, denn ohne diese können wir die Beraterinnen-Fortbildungen nicht machen. Die Frauen sollen schließlich direkt loslegen können. Wir erwarten, dass wir in den nächsten zwei Tagen die ersten 500-1000 Boxen bekommen können. Zudem wollen wir rosa T-Shirts hier in Kpalimé drucken lassen, sodass jede Beraterin eines bei ihren Verkaufsgesprächen tragen kann.

Wir konnten in der ersten Woche sowohl eine Verkaufstrategie festlegen als auch mehrere Schlüsselprojektpartner*innen kennenlernen und die Aufklärungsaktivitäten von SILD Togo verfolgen. Aber der Reihe nach: Unsere Verkaufsstrategie teilt sich in drei Bereiche.
  • Direktvertrieb: Insbesondere geeignet für Friseurinnen und Schülerinnen (z.B. pair éducateurs), im Gespräch mit einzelnen die Binden erklären und verkaufen
  • Hausverkauf: Wie bei einer Tupperparty läd eine Gastgeberin ihre Freundinnen ein und die Beraterin stellt unsere Binden vor. Dabei erhält auch die Gastgeberin eine kleine Provision von dem Gewinn der Beraterin pro verkaufter Binde, der Effekt ist, dass sich schnell neue Gastgeberinnen finden mit neuen Netzen
  • Internetverkauf: In Togo hat ein großer Teil der Gesellschaft ein Smartphone, Whatsapp ist die App, die am meisten benutzt wird. In den letzten Jahren hat sich in Togo etabliert, dass über die Statusfunktion Produkte zum Verkauf angeboten werden und z.B. mit einem Motorradfahrer nach Hause geliefert wird. Wenn Freundinnen der Beraterin über ihren eigenen Status und ihre sozialen Netze Käuferinnen findet, dann profitiert auch diese wie im Hausverkauf von einer kleinen Provision


Wir haben Patience getroffen (wer sich erinnert, Patience ist die erfahrene Näherin, die unsere ersten Bindenversionen genäht hat) und ihr die aktuellen Binden gezeigt und auf den neuesten Stand gebracht. Patience erzählte, dass sie bereits vielen Bekannten vom Projekt erzählt hat und viele die Binden sofort kaufen wollten. Sie hat während unseres Gesprächs direkt ihre Freundin in Atakpamé, der drittgrößten Stadt Togos, angerufen, die Frau eines Pastors ist und sehr viele Leute kennt. Auch sie war sofort Feuer und Flamme. Am gleichen Tag haben wir eine Friseurinnen-Ausbilderin getroffen und ihr unser Projekt präsentiert. Sie wird mit der Friseurinnen-Gewerkschaft sprechen und läd uns zu einem baldigen Treffen unter Ausbilderinnen ein. Friseurinnen sind eine Schlüsselgruppe in unserer Vertriebsstrategie. Sie reden den lieben langen Tag mit ihren vertrauten Kundinnen, haben also viele Möglichkeiten die Binden zu präsentieren und nebenbei etwas dazuzuverdienen.

Am zweiten Tag meiner Ankunft haben wir den Koordinatoren Mr. Boni von der togolesischen Organisation SILD kennengelernt. Er hat uns direkt eingeladen zu ihren Aktivitäten in zwei ihrer CEGs (Mittelstufe).

SILD hat schon 25 Jahre Erfahrung in der sexuellen Aufklärung von Jugendlichen in Togo und wird mit ihrem deutschen Partnerverein Lebenschancen e.V. mit uns zusammenarbeiten. Letzte Woche haben wir SILD bei seinen Aufklärungsaktivitäten begleitet. Wir sind zu zwei CEGs (Mittelstufe) gefahren, um bei den "Tagen der reproduktiven Gesundheit" dabei zu sein. Diese Tage unterstützen die tägliche Arbeit der sogenannten "pair éducateurs" (Schüler*innen-Aufklärer*innen) und der assoziierten Lehrer*innen. In mehreren Klassen (6.-9. Klasse) wurden Rollenspiele vorgeführt und u.a. über die Konsequenzen von verfrühten Schwangerschaften und über STIs aufgeklärt und die Wichtigkeit, sich auf die Schule zu konzentrieren, betont. IVA, unser togolesischer Partnerverein und wir, also unser deutscher Verein Woé zon loo e.V., werden ab Herbst ein ähnliches System mit pair éducateurs in mehreren Schulen in Kpalimé einführen. Darüber werde ich ein anderes Mal genaueres erzählen.

Bei beiden Schulen haben wir Mädchen versammelt und ich habe ihnen mit einfachen Worten und Gesten die Menstruation erklärt. Die Mädchen hatten vorher keine Ahnung, warum sie jeden Monat bluten. Ein Mädchen dachte, dass es dazu da ist, um Mikroben aus dem Körper zu entfernen. Andere konnten nur ihre Symptome wie Bauchschmerzen, heißen Körper nennen, aber mit dem, was da im Groben passiert, waren sie überfragt. Am Wochenende war ich mit meinem Gastbruder Abel in einem kleinen Dorf in den Bergen. Wir haben an zwei Gelegenheiten 20 Jugendliche über Sex und Menstruation aufgeklärt. Gerade auf dem Dorf hatten die Jugendlichen keinen blassen Schimmer über die Hintergründe der Menstruation und ihre Verbindung zu unserer Fortpflanzung. Abel hatte extra ein paar Kondome mit ins Dorf genommen und den sehr interessierten Jungen und Mädchen gezeigt, wie man sie richtig öffnet und (über eine Banane) überzieht. Wir haben mit mehreren Mädchen gesprochen, die schwanger sind, sie waren 18, 16, 15 und 14. Niemand hat sie jemals aufgeklärt und nun mussten sie alle ihre Schule abbrechen und müssen darauf hoffen, dass ihre Familie ein weiteres Kind ernähren kann.

Diese Erfahrungen mit den Mädchen haben mir gezeigt, wie wichtig unser Projekt in seiner Gänze ist, dass unsere Arbeit dringend gebraucht wird und dass wir auf einem guten Pfad sind. Ich danke euch allen, für eure Unterstützung! Ob es eure monetäre Unterstützung ist oder dass ihr andere auf unser Projekt aufmerksam macht. All diese Komponenten braucht es für ein erfolgreiches Projekt mit großer Wirkung. ❤️ Eigentlich wollte ich diesen Newsletter schon früher senden, jedoch sind mir ein paar Mikroben in den Karren gefahren. Ich hatte in den letzten Tagen eine kleine Lebensmittelvergiftung und musste an den Tropf ins Krankenhaus. Jetzt ist aber alles wieder gut und ich nehme Medikamente. Ich werde euch über unsere Fortschritte auf dem Laufenden halten. Es werden in der nächsten Zeit einige Kosten auf uns zukommen, u.a. Kauf der ersten 1000 Boxen (150€), Fortbildung der künftigen Lionne-Beraterinnen (~200€), vermehrte Transportkosten der Koordinator*innen, Kauf eines Laserdruckers (400€)... Alle Projektbeteiligten hier freuen sich über eure Unterstützung!

17.03.2021: Wir haben 1.697,85 € Spendengelder erhalten
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In den nächsten Monaten werden wir und unser togolesischer Partnerverein IVA die Fortbildungen für die künftigen Lionne-Beraterinnen in Angriff nehmen. Unser Vorstandsmitglied Emily Wilbrand fliegt an diesem Mittwoch nach Togo und arbeitet dort direkt im Projekt mit. Die Fortbildungen werden wir zunächst konzipieren und geeignete Frauen finden, die wir dann ausbilden werden. Die 1.697,85 € Spenden werden wir u.a. für das Gehalt von Perel und Gentille, unsere beiden Koordinator*innen in Togo, für die Fortbildungen, Transportkosten und das Drucken der Verpackungen verwenden.

10.03.2021: Noch eine Woche...
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In genau einer Woche ziemlich genau um diese Zeit werde ich in Lomé, der Hauptstadt Togos, ankommen! Ich freue mich unheimlich, nach 3,5 Jahren meine Togo-IVA-Family endlich wiederzusehen. Ich habe nun meinen Bachelor in Psychologie abgeschlossen (heute meine letzte Prüfungsleistung abgeschickt!) und bin umgezogen. Nun kommen noch letzte Besorgungen und das Packen, bevor es "Woé zon looooo au Togo" ("herzlich Willkommeeeen in Togo") heißt. Jap, dafür steht übrigens unser Vereinsname, falls man das noch nicht wusste. Ihr werdet in den kommenden Monaten häufiger von mir hören, schließlich wird es sehr viel zu berichten geben. Zwar habe ich nur knappe 8 Wochen, aber wir haben viel vor! Hauptvornahme ist die Entwicklung von Verkaufsworkshops und das Finden und eventuell schon der Ausbildung der ersten Generation an Lionne-Beraterinnen. Zudem werde ich viel filmen, um bspw. einen Dokumentarfilm über Period Poverty in Togo und unser Stoffbinden-Projekt zu machen und auch ein oder zwei Werbevideos auf Ewe oder Französisch für den togolesischen Markt.

Wir stehen seit einigen Monaten mit dem Verein Lebenschancen e.V. in regem Austausch. Diese unterstützen schon seit Längerem den togolesischen Verein SILD, der u.a. togolesische Jugendliche ausbildet, ihre Klassenkameraden über Sexualität aufzuklären. Wir zwei deutschen und die zwei togolesischen Vereine werden in Zukunft kooperieren, um in weiteren Schulen ein Aufklärungsprogramm einzuführen neben den 11 Schulen, die Lebenschancen und SILD bereits in ihr Programm aufgenommen haben. Wir freuen uns sehr, von diesem großen Erfahrungsschatz lernen zu können und so unseren Teil zur besseren Aufklärung in Togo beitragen zu können. Wir wollen im Rahmen unseres Stoffbinden-Projekt natürlich auch einen besonderen Fokus auf Aufklärung über Menstruation legen. Diesen Part des Projekt steuern wir im Spätsommer bis Herbst an. Ende März werde ich bei einigen Veranstaltungen von SILD teilnehmen können: Der von SILD ausgerichtete „Tag der reproduktiven Gesundheit“ hört sich in unseren Ohren erstmal gestelzt an, ist für die Jugendlichen in Togo aber von großer Relevanz. 43 % der Mädchen haben im Alter von 15-19 Jahren bereits ein Kind, davon ca. die Hälfte ungewollt und unehelich und die anderen nach früher Verheiratung durch die Eltern. Nur durch Aufklärung können Jugendliche informierte Entscheidungen treffen und somit ihr Leben selbstverantworlich in die Hand nehmen.

Wir sind stolz, bei diesem Kampf für Selbstbestimmung dabei zu sein! Mit jeder Spende und mit jedem Weitererzählen seid ihr auch mit im Boot! ❤️ Die benötigten Spendensummen werden wir über die Bedarfe auf Betterplace über die Zeit hinweg euch mitteilen.

Ankündigung: Vortrag und persönliche Gesprächsmöglichkeit Wenn ihr diesen Samstag um 10:30 Zeit habt, dann könnt ihr schon vor meiner Reise nach Togo mehr erfahren über die Situation von menstruierenden Frauen in Togo und unser Stoffbinden-Projekt. Gentille, Perel und ich halten nämlich bei der digitalen Eine Welt Landeskonferenz NRW einen Vortrag mit anschließender Diskussion. Gentille hat mehrere Mädchen und Frauen in Togo interviewt, um besser ihre Lebensrealitäten während ihrer Menstruation zu verstehen. Am Anfang unseres Beitrags teilt sie mit uns ihre Ergebnisse! Seid gespannt ;) Ab 10€ habt ihr Zugang zur gesamten Konferenz (Freitag+Samstag). Ich freue mich, wenn ihr dabei wärt! Anschließend gibt es die Möglichkeit, wie bei einer echten Konferenz sich nach dem Vortrag zu sehen und zu sprechen (klappt über die witzige Plattform Gathertown, in der man als Avatar herumläuft). Wenn ihr also gerne mal mit mir oder Gentille und Perel quatschen möchtet, wäre es an diesem Samstag die ideale Möglichkeit.

22.02.2021: Das Verpackungsdesign ist fertig
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Das Stoffbinden-Projekt macht weiterhin Fortschritte. Unser Grafikdesigner Christopher Stahl, der ehrenamtlich uns unterstützt, hat nun das Design der Verpackung der Binden abgeschlossen.

Wir sind hellauf begeistert, dass unsere Binden in einer solch ansehnlichen Box verpackt sein werden. Wir werden die Binden in drei Größen, MINI, MIDI und MAXI, und in Packungen mit einer oder drei Binden verkaufen. Der Papierproduzent in Togo, der uns bereits eine Musterverpackung geschickt hatte, ist gerade dabei, neue Muster zu erstellen. Dieses Mal mit dem neuen Design und mit angepasster Boxengrößen an die verschiedenen Bindengrößen.

Unser Ziel ist es, 6000 Boxen bis Ende März zu erhalten.

Ich persönlich werde bald meine letzte Klausur im Bachelor Psychologie schreiben und meine Zelte in meinem Studienort Trier abbrechen. Am 17. März werde ich endlich nach Togo fliegen! In den folgenden knapp zwei Monaten steht das Stoffbinden-Projekt im Zentrum meiner Arbeit - wir haben sehr viel geplant! Der Verkauf der Binden soll bis zum Sommer anfangen.

Die Binden werden im Direktvertrieb an die Frau gebracht, das funktioniert mit dem Prinzip von Tupper-Partys. Eine Lionne-Beraterin organisiert bei einer Gastgeberin eine Verkaufsparty, zu der Freundinnen und Bekannte eingeladen sind. Im Rahmen dessen wird über Menstruation aufgeklärt und die Vorteile der Lionne Stoffbinden vorgestellt. Im Anschluss können die Eingeladenen die Binden käuflich erwerben und eine eigene Party als Gastgeberin organisieren. Als Motivation, ein angenehmes Umfeld zu schaffen, erhält die Gastgeberin pro verkaufter Binde eine kleine Provision. Wir wollen mit diesem Konzept ein dezentrales Netzwerk der Aufklärung und des Frauenzusammenhalts schaffen. Wir wollen Frauen empowern, sich mit den Bindenpartys eine Nebeneinkunft zu sichern und dabei ihre kommunikativen, unternehmerischen und organisatorischen Kompetenzen auszubauen. Um diese Visionen in die Tat umzusetzen, werden wir ab Mitte März unsere Ideen in ein klares Konzept gießen und eine Fortbildung für die künftigen Lionne-Beraterinnen entwickeln. Diese soll sowohl Frauengesundheitsaspekte sowie Verkaufstechniken beinhalten als auch praktisches Know-How über Kundinnen-Ansprache, Party-Organisation bis Selbstvermarktung.

Außerdem werde ich mit professionellem Equipment hochwertige Fotos und Videos vom Projekt machen. Wir wollen damit eine größere Reichweite sowohl in Deutschland als auch Togo erreichen. Auch kurze Werbevideos für den togolesischen Markt sind geplant. Darauf freue ich mich besonders, ich bin schon voller Ideen!

Ihr merkt, dieses Projekt ist sehr komplex... ;) Aber auch im gleichen Maße freude- und sinnstiftend. Wir sind sehr dankbar, dass ihr unser Stoffbinden-Projekt bereits so toll finanziell unterstützt habt. Dadurch ist es uns möglich, den beiden ProjektkoordinatorInnen Perel und Gentille 180 bzw. 122€ jeden Monat zu bezahlen. Außerdem läuft die Serienproduktion weiterhin ohne Probleme und wir können die Näherinnen entlohnen, obwohl wir noch keine einzige Binde verkauft haben.

29.01.2021: Großer Jahresrückblick Stoffbinden-Projekt
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Ein Jahr Stoffbinden-Projekt!

Was bisher geschah

Das Stoffbinden-Projekt fand seine Anfänge im Rahmen der Civil Academy im Herbst 2019, bei der unsere Vorstandsmitglieder Emily Wilbrand und Clara Hildt mitgemacht und viel über Projektplanung und -finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit gelernt haben. Emily wollte eine Möglichkeit finden, Einkommen für Frauen in Togo zu generieren. So entstand die Idee, in Togo Stoffbinden als Periodenprodukt zu nähen. Mittlerweile hat sich aus dieser Idee ein erfolgreiches Projekt mit mehreren Kooperationen und vielen Spendern entwickelt.

Im November 2019 führte unser togolesischer Partnerverein IVA mit der Unterstützung von unserem deutschen Verein Woé zon loo e.V. eine Umfrage mit 90 togolesischen Studentinnen und Schülerinnen durch, um mehr über die Situation von menstruierenden Frauen in Togo herauszufinden. Zwei von drei Mädchen und Frauen waren unzufrieden mit ihrem aktuellen Periodenprodukt, besonders jene, die Einmalbinden nutzten. Sieben von zehn Frauen gaben an, dass sie bereits nicht zur Schule, Uni oder Arbeit gegangen sind aufgrund eines Mangels an Hygieneprodukten während der Menstruation. Gerade dass Schülerinnen aufgrund ihrer Periode wertvollen Unterricht, empfanden wir, IVA und Woé zon loo e.V. als Missstand, den es zu verbessern galt. Genähte Stoffbinden waren quasi nicht auf dem togolesischen Markt vertreten, noch gab es größere Strukturen, die Binden in Serienproduktion herstellten.

Seit Dezember 2019 wird unser Projekt von der erfahrenen togolesischen Näherin Patience und ein paar weitere (junge) Näherinnen unterstützt, die ihre Ausbildung beendet hatten, sich aber keine eigene Nähmaschine leisten konnten. Im neuen Jahr steckte Emily die Projektphasen der nächsten Monate in einem Projektplan fest. Auf die bereits durch die Umfrage stattgefundenen Bedarfsanalyse und die Annäherungsphase zwischen togolesischen Projektinteressierten folgte die Sondierungsphase. In dieser stand das Finden von geeigneten Materialien im Fokus. Auf dem Markt Kpalimés waren ein roter Stoff, ein dickerer Baumwollstoff und Second Hand T-Shirts zu finden.

Ende Februar 2020 nahm Emily Kontakt zu dem deutschen Stoffbindenhersteller Kulmine auf und konnte sie als Projektsponsoren gewinnen. Wir dürfen seitdem die Nähvorlage von Kulmines Hela-Bindenmodell (eine faltbare H-förmige Binde) nutzen. Außerdem unterstützten sie uns mit einer Anschubfinanzierung von 1000€ und einer Stoffschneidemaschine.

Patience nähte mehrere dutzend Binden in drei verschiedenen Größen und systematisch mit unterschiedlichen Stoffkombinationen. Wir wollten herausfinden, welche Stoffe als Bindenrohstoff geeignet waren. Emily erstellte im März 2020 einen zweiten Fragebogen, der dieses Mal an 10 Frauen in Togo zusammen mit drei Binden ausgegeben wurde.

Während die Binden getestet wurden, konkretisierten sich die Pläne, wie der Verkauf der Binden ablaufen könnte: Togolesische Frauen würden von uns eine Ausbildung erhalten, in der sie über Menstruation und Hygiene und Verkaufstechniken lernen würde. Anschließend würden die Verkäuferinnen nach dem “Tupper-Party-Prinzip” im Direktvertrieb bei einer Gastgeberin und ihren Gästen die Binden vorstellen und gleichzeitig über Menstruation aufklären.

Ein Produkt braucht einen Namen und ein Logo. In Abstimmung mit mehreren Togoles:innen entschlossen IVA und wir uns für den Namen “Lionne”, auf Deutsch “Löwin”. Dieser sollte symbolisch für die Kraft, Fürsorge und Unabhängigkeit der afrikanischen Frauen stehen. Eine Freundin von Emily entwarf verschiedene Logos mit diesem Titel.

Emily hatte eigentlich eine Reise nach Togo im März gebucht, doch COVID-19 vereitelte dieses Vorhaben. Die Weltwärts-Freiwilligen waren gezwungen innerhalb weniger Wochen ihr Jahr in Togo abzubrechen und zurück nach Deutschland zu kehren. Dieser Einschnitt hat uns über die Zeit eine wertvolle Erkenntnis eingebracht: Wir brauchen keine deutschen Freiwilligen, um Projekte in Togo zusammen mit IVA durchzuführen. Seit März 2020 sind keine deutschen Freiwilligen mehr bei IVA. In Togo wurden Kontaktbeschränkungen eingeführt, Straßen blockiert, Grenzen und Kirchen geschlossen - und dennoch, das Stoffbinden-Projekt konnte unbeirrt fortgeführt werden.

Mithilfe des Sponsorings von Kulmine kaufte Perel Ende März eine Overlock-Industrie-Nähmaschine und eine einfache, per Pedal betriebene Nähmaschine. Die Ausrüstung eines Nähateliers im Centre von IVA konnte beginnen. Das Centre ist ein Zuhause für Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche aus schwierigen Lebenslagen, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr in ihren Ursprungsfamilien leben können. Wir ließen einen großen Arbeitstisch und 4 Stühle tischlern und eine einbruchssichere Metalltür vor das künftige Nähatelier setzen.

Die Fragebögen der Testerinnen kamen zurück und wir werten sie aus. Die Frauen bevorzugten die Binden aus den Second Hand T-Shirts. Dies war ein Volltreffer! Wir hatten insgeheim gehofft, dass wir dieses Ergebnis bekommen würden. Erstens waren T-Shirts um ein Vielfaches günstiger als der neue Stoff. Damit rückte die Möglichkeit, dass sich aus dem Projekt ein sich selbsttragendes Unternehmen entwickeln könnte, ein großes Stück näher. Zweitens waren gebrauchte T-Shirts in Togo wie Sand am Meer zu finden, da ständig tonnenweise Altkleider an den Tiefseehafen in Lomé, der Hauptstadt Togos, geschifft werden. So würden wir vermutlich nie in Materialengpässe geraten. Drittens war das Vernähen von bereits getragener Kleidung eine ökologische Wiederverwendung dieser.

Im Mai wurden fünf Näherinnen ausgewählt und von Patience im Bindennähen weitergebildet. Außerdem lernten drei der Jugendlichen des Centres ebenfalls, wie die Binden zurechtgeschnitten wurden. Sie könnten somit die Näherinnen mit Hilfstätigkeiten unterstützen

Auch wenn die Binden noch etwas krumm wurden, ließen sie sich schon sehen. Die Näherinnen waren stolz auf ihre Arbeit und wir freuten uns, dass das Projekt wie am Schnürchen lief. Von nun an wurden regelmäßig große Säcke voller T-Shirts für 38€ das Stück gekauft und die immer mehr werdenden Binden wurden in großen Plastikboxen gelagert. Aus den T-Shirts einen Sacks ließen sich 370 Binden nähen.

In unseren Fokus kam im Juli dazu, dass Mädchen und Jungen in Togo selten in der Schule über Sexualität und Menstruation aufgeklärt wurden. Wir informierten uns über die Situation in Togo und überlegten, wie wir im Rahmen des Stoffbinden-Projekts für mehr Aufklärung in Kpalimés Schulen sorgen könnten. In Anlehnung an die Aufklärungs-Workshops auf Augenhöhe von Jugend gegen Aids in Deutschland entschieden wir, dass Schülerinnen und Schüler selbst dazu befähigt werden sollten, ihre Klassenkameraden aufzuklären. Bevor wir in diesem Bereich konkrete Schritte einleiten würden, wollten wir uns jedoch zunächst auf die Produktion und den Verkauf der Binden konzentrieren.

Und ab hier kamt ihr, liebe Betterplace-Spender, ins Spiel

Ende Juli eröffnete Emily ein Spendenprojekt auf Betterplace.org, um das Spenden für unser Projekt zu erleichtern. Innerhalb von 7 Monaten bis Januar 2021 habt ihr uns 5.850,00 € gespendet! Wir danken euch allen von Herzen für eure Unterstützung! ♥ Im 10 bis 14 Tage Takt berichtete Emily seit Erstellung des Projekts auf Betterplace über Projektfortschritte. Mit jedem Projektnewsletter wurden es mehr Leser:innen, im Januar 2021 hatten 77 Personen den Newsletter abonniert.

Im August konnten wir mit den eintreffenden Spenden 3 hochwertige Scheren und einen Stromzähler kaufen. Wir wollten wissen, wie hoch genau die Stromkosten pro Binde waren. Schließlich mussten wir vor dem Verkauf die gesamten Produktionskosten genau bestimmen können, um einen Preis festzulegen. Die Bedienung der komplizierten Overlock-Nähmaschine fiel den Näherinnen recht schwer. Daher kam ein Techniker für einen Monat regelmäßig ins Bindenatelier, um ihnen die Bedienung Stück für Stück beizubringen.

Das Nähatelier und ein Anbau im Centre, deren Wände bisher kahl waren, wurden mithilfe eurer Spenden gestrichen und ließen somit den Arbeitsort und das Centre in neuem Glanz erstrahlen.

Im Rahmen des “Santé en Action”-Projekts unseres Vereins hat IVA in Zusammenarbeit mit seinen togolesischen Freiwilligen und dem lokalen Radio Planéte Plus eine Radiosendung über Menstruation gemacht. Themen waren u.a. Hygiene während der Menstruation, Vorbereitung auf die Menarche (erste Regelblutung), die Menopause, Anomalien der Menstruation und natürlich das Stoffbinden-Projekt.

Im Oktober schloss sich die Halbschwester von Perel Gentille, die einen Maserabschluss in Anthropologie hat, unserem Projekt an. Sie ist seitdem eine große Unterstützung für Perel, der bisher alleine für die Koordination in Togo verantwortlich war.

Die Binden wurden mittlerweile in Serienmanier selbstständig von den Näherinnen produziert, es wurden Bindenschablonen von einem Tischler angefertigt und in den Arbeitsablauf im Bindenatelier integriert, wodurch die Qualität der Binden deutlich gesteigert werden konnte. Nun ging es an die nächsten Schritte hin zur Finalisierung unseres Produkts. Die Binden sollten ein Markenprodukt mit einem Qualitätsversprechen werden. Wir brauchten Labels, die jede Binde mit unserem Branding schmückten, und Verpackungen, die möglichst aus Papier sein und dennoch Sicht auf die enthaltenen Binden geben sollten. Innerhalb weniger Wochen wurde das Label von Christopher Stahl, Inter-Mediadesigner, in enger Abstimmung mit einer Gruppe von Togoles:innen entworfen. Zudem designte er einen Sticker, wo neben dem Logo noch die Kontaktdaten von Lionne geschrieben waren.

Mit dem fertigen Logo als Datei machte sich Emily auf die Suche nach einer günstigen Möglichkeit, Labels weben zu lassen. Dafür suchte sie sowohl nach Angeboten in China, als auch Nigeria und Ghana. Nach ein paar Dutzend Anfragen und Angeboten fand sie das günstigste bei einem chinesischen Produzenten über Alibaba.com. Wir haben 10.000 Labels für 1,6 Cent das Stück und 2.000 Sticker für 1,9 Cent das Stück bestellt und nur 45 Euro für den Versand von China nach Togo bezahlt.

Für die Verpackung fanden sich ebenfalls diverse Anbieter in China, allerdings wären die Versandkosten allein teurer als die Produkte selbst geworden. Die Suche nach einem Verpackungsproduzenten hatte Perel indes auch in Togo angefangen.

Der November begann mit einer tollen Nachricht: Emily hatte den Starterpreis der Studienstiftung des Deutschen Volkes gewonnen! Neben der Einladung zu einem Kompetenzseminar und zur Siegerehrung Anfang Juni 2021 in Berlin erhielt das Stoffbinden-Projekt ein Preisgeld von 1000€.

Die Schönheit der Binden konnten die Näherinnen nochmals steigern und nun zeigte sich der Charme von T-Shirts als Rohmaterial. Die Binden aus recycelten T-Shirts sind nicht nur ökologisch, sondern auch echte Unikate! Um Lionne als Projekt und soziales Unternehmen in Togo zu präsentieren, benötigten wir eine Website. Daher kauften wir die Domain lionne.org, die wir im Laufe des Jahres 2021 bestücken werden. Der Plan ist, sie auf Französisch, Deutsch und Englisch zu verfassen, um unser Projekt international zugänglich zu machen.

Ein weiterer wichtiger organisatorischer Aspekt wurde im Oktober angegangen: Unser Vereinsmitglied Marie übersetzte eine professionelle Excel-Kostentabellenvorlage, welche wir an IVA schickten. Gentille übertrug die bisherigen Ausgaben des Stoffbinden-Projekts in die neue Tabelle. Die gesamten Kosten des Stoffbinden-Projekts können auf unserer Website eingesehen werden.

Die Mission, eine passende, günstige und ökologisch-vertretbare Verpackung zu finden, hat uns über Monate beschäftigt. Es war eine Herausforderung, als Laien eine passende Verpackung zusammenzustellen. Letztlich hat Perel einen Papierproduzenten in Lomé gefunden. Nach ein paar Versuchen schickte er IVA im Januar Boxen, die im Generellen so waren, wie wir es uns vorgestellt hatten. Das war für alle eine große Erleichterung und Freude. Die Verpackung war schließlich für Monate unser Sorgenkind gewesen. Aktuell wird das Design der Box noch von unserem Intermedia-Designer Christopher verbessert, sodass wir es in den kommenden Wochen in den Druck geben können. Aufklärung über Menstruation und Sexualität

An den meisten Schulen in Togo werden Kinder und Jugendliche nicht ausreichend über Sexualität aufgeklärt. Gerade über Menstruation wird wenig aufgeklärt, obwohl das Einsetzen der Menstruationsblutung ein einschneidendes Erlebnis im Leben eines Mädchens ist. Unzureichendes Wissen über die Periode und den richtigen Umgang mit dieser kann schwerwiegende physische und psychische Folgen haben. Wir haben Kontakt zu dem deutschen Verein Lebenschancen e.V., welcher seit Jahren erfolgreich Schüler und Lehrer in Westafrika ausbildet, damit diese sexuelle Aufklärung in ihren Schulen leisten können. Im Dezember luden Lebenschancen e.V. und ihr togolesischer Partnerverein SILD Perel und Gentille dazu ein, der Fortbildung des neuen Schüler-Aufklärer-Jahrgangs beizuwohnen. Es ist großartig, dass die beiden bereits bestehende Strukturen in diesem Bereich kennenlernen konnten. Wir können uns eine Zusammenarbeit gut vorstellen und haben von Lebenschancen e.V. signalisiert bekommen, dass sie das Thema Menstruation gerne in die Workshops mitaufnehmen würden. Unterstützung durch weitere Unternehmen

Seit November unterstützen zwei weitere Unternehmen unser Projekt. Das kleine Unternehmen Frisomed stellt Blutzuckermessgeräte her und spendet uns monatlich 50€. Der große Softwarehersteller Element44 hat ebenfalls beschlossen, unser Projekt und unseren Verein zu unterstützen. Sie spendeten uns als Anschubfinanzierung 5000€ und schickten uns außerdem zwei Handys, einen Laptop und zwei Beamer, die wir mit nach Togo nehmen werden. Dass unsere Projektfinanzierung nun breiter gefächert ist, ist ein sehr wichtiger Fortschritt. Weihnachten im Stoffbinden-Projekt

Im Dezember haben wir Spenden für die 16 Kinder der fünf Näherinnen gesammelt. Wir sind sehr glücklich, dass wir dank euch jedem Kind der Näherinnen, den zwei Töchtern von Perel und auch Perel und Gentille selbst 30€ jeweils schenken konnten. Weihnachten wird in dem christlichen Süden Togos genauso gerne wie bei uns gefeiert und gab uns die Gelegenheit, uns bei unseren togolesischen Projektpartner:innen für ihre grandiose Arbeit zu bedanken. Und wie geht es 2021 weiter?

Emily wird im März für 8 Wochen nach Togo reisen. Wir hoffen, dass Covid diese Reise nicht wie im letzten Jahr in letzter Sekunde vereiteln wird. Aber wir sind optimistisch gestimmt, dass alles klappen wird. Bis dahin sollten die Verpackungen gedruckt sein, sodass unser Produkt komplett verkaufsfertig ist. In Togo wird Emily, die zu dem Zeitpunkt ihren Bachelor in Psychologie abgeschlossen haben wird, zur Prozessoptimierung im Bindenatelier beitragen und dabei helfen, ein Entgeldsystem, in dem die Näherinnen pro Binde bezahlt werden, einzuführen. Außerdem wollen wir gemeinsam die Fortbildung der künftigen Verkäuferinnen entwickeln und den Verkauf ins Rollen bringen. Wir möchten außerdem aus dem IVA Centre ein Lern- und Kompetenzzentrum machen. Dafür wollen wir IVA mit technischen Geräten ausstatten. Einen Anfang machen wir mit den Geräten von Element44; mit den Beamern wollen wir ein Bildungskino im Centre starten. Im Herbst wollen wir Schüler:innen fortbilden, sodass sie ihre Klassen in Workshops über Menstruation und Sexualität aufklären können.

Nach diesem unfassbar erfolgreichen Jahr setzen wir uns hohe Ziele für 2021. Wir brauchen weiterhin eure Unterstützung. Je mehr Geld wir zur Verfügung haben, desto mehr Schulklassen werden aufgeklärt werden und desto mehr Mädchen und Frauen werden Zugang zu unseren Stoffbinden bekommen.

Wir freuen uns, dass ihr an unserer Seite seid.

Bleibt uns und den Mädchen und Frauen in Togo treu.

Auf ein neues Jahr voller Motivation, Erfolg und Impact!


08.01.2021: Verpackung? Läuft!
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Das Stoffbinden-Projekt entwickelt sich großartig! Mit eurer Hilfe konnten wir den Näherinnen und Koordinator*innen in Togo an Weihnachten danke für ihr Engagement, ihre Zuverlässigkeit und ihre hohe Motivation sagen. 2021 beginnt für unser Projekt sehr gut. Die 10.000 gewebten Labels und 2.000 Sticker sind im Bindennähatelier in Kpalimé angekommen.

Während weitere Binden in 3 verschiedenen Größen genäht werden, sind ein paar Näherinnen nun erstmal damit beschäftigt, die Labels den bereits fertig genähten Binden hinzuzufügen.

Genau vor 4 Monaten, am 8.9., fing die Produktion an. Mittlerweile haben die 5 Damen ganze 2200 Binden geschneidert! Ich finde es beeindruckend, wie die Näherinnen aus alten T-Shirts, die wir hier im globalen Norden in die Altkleiderspende werfen, wunderschöne, individuelle Menstruationprodukte zaubern.

Als mir Perel diese Bilder geschickt hat, war ich überglücklich. Yes, wir können eine schöne Verpackung in Togo selbst produzieren - und das zu einem fairen Preis mit gleizeitiger Unterstützung der togolesischen Wirtschaft.
Nun werden Christopher Stahl (unser Grafikdesigner und mein ehemaliger Mitbewohner) und ich an diesem Wochenende damit beschäftigt sein, dem Design der Box noch den letzten Schliff zu geben. Wir wollen ein Siegel à la "made in Togo" und eine Anleitung, wie man das Bindenmodell richtig faltet, auf die Verpackung drucken lassen. Wenn man wie Perel und ich keeeine Ahnung von Verpackungsdesign hat, ist die Bestimmung und Anordnung der Elemente auf der Verpackung eine ziemliche Herausforderung. Zum Glück haben wir Christopher und den Verpackungsproduzenten. Fürs Projekt muss ich manchmal die Uni schleifen lassen, schließlich möchte ich, dass unser Stoffbinden-Projekt auf allen Ebenen voran kommt. Wir dürfen Prioritäten im Leben setzen.

06.01.2021: Wir haben 2.056,23 € Spendengelder erhalten
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Vielen Dank für eure vielen Zuwendungen im Dezember! Wir sind sehr glücklich über eure Unterstützung und freuen uns auf das kommende Jahr, in dem das Social Startup Lionne so richtig durchstarten wird!

Heute rufe ich 2.056,23€ eurer Spenden von betterplace ab.
Wir verwenden davon 600€ für die Weihnachtsgeschenke für die 16 Kinder der 5 Näherinnen. Für jedes Kinder erhalten sie 30€, zusätzlich bedanken wir uns mit einem Geschenk von 30€ auch jeweils bei Perel und Gentille. Perel erhält außerdem jeweils 30€ für seine beiden kleinen Töchter.

Von den restlichen Spenden bezahlen wir, wie es in den Bedarfen ersichtlich ist, das Gehalt der beiden Koordinatoren Perel und Gentille und das Gehalt der Näherinnen. Wir finanzieren die Säcke mit T-Shirts als Rohstoff der Binden und sonstige Nähutensilien und Produktionskosten wie Strom und Studiomiete. Im Januar werden wir mit der Planung des Vertriebs anfangen, auch hierfür werden wir die Spenden nutzen. Genauere Angaben werde ich hier à posteriori machen können.

28.12.2020: Die Labels sind da und Weihnachten wurde grandios gefeiert!
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Das erste großartige Jahr des Stoffbinden-Projekts neigt sich dem Ende. Viele von euch haben uns mit Spenden unterstützt. Dafür sind wir, der Verein Woé zon loo e.V. und der togolesische Verein IVA sehr dankbar! Auch wichtig ist, dass einige von euch unser Projekt auf ihren Social Media Kanälen geteilt haben und ihren Freund:innen davon erzählt haben. Vielen Dank! Nur über euch können wir eine ausreichende Reichweiter erzielen, um in Zukunft vielen Mädchen und Frauen Stoffbinden anbieten zu können.

Ich möchte euch ein kleines Update zum Stoffbinden-Projekt geben: Die Produktion der Binden läuft weiterhin 2 mal wöchentlich. Den 5 Näherinnen hilft dieses zusätzliche Einkommen dabei, ihre 16 Kinder zu versorgen. Wir wollen die Produktion und somit ihr Einkommen im nächsten Jahr steigern, wenn der Verkauf gestartet ist. Endlich sind die Labels (10.000 Stück) und die Sticker (2.000 Stück) in Togo eingetroffen aus China! Juhu! Diese Woche holt Perel das Paket aus Lomé, der 2 Stunden entfernten Hauptstadt, ab. Eigentlich war mit dem Versandunternehmen FedEx eine Door-to-Door-Delivery ausgemacht, nun ist es allerdings so, dass Perel zusätzlich noch Zoll bezahlen muss. Ich erzähle euch gerne auch die kleinen Hindernisse im Projekt, damit ihr euch den wahren Projektablauf besser vorstellen könnt. :-) Ab Januar werden ein bis zwei Näherinnen damit beauftragt, die Labels auf das Mittelteil der fertigen Binden zu nähen. Damit ist das Produkt selbst fertig. Fehlt noch die Verpackung. Der Papierproduzent in Togo hatte uns ein Modell geschickt, das wir anders bestellt hatten. Nun versucht er, eine "Paper Pillow Box" nach unseren Wünschen herzustellen. Eine solche Box hat er bisher noch nicht produziert. Wir hoffen, dass es klappt. Dazu dann mehr im kommenden Jahr. Ab Januar werden auch die Planungen für den Verkauf richtig losgehen. Wir möchten bis Frühjahr die ersten Verkäuferinnen fortgebildet haben, sodass sie eigenständig unsere Stoffbinden an die Frauen bringen können.

Weihnachten wurde im Centre mit 145 Kindern und Erwachsenen aus Kpalimé gebührend gefeiert. Die Näherinnen waren mit ihren Kindern auch dabei. In den nächsten Tagen wird ein weiteres Fest in Tomègbé, einem Dorf bei Kpalimé, stattfinden. Die Corona-Zahlen sind in Togo nach wie vor sehr gering, sodass solche Festivitäten dort glücklicherweise möglich sind. Das Fest war für die Kinder des Centres, dem Waisenhaus von IVA, den Kindern der Näherinnen und weiteren Kindern aus ärmlichen Verhältnissen eine wundervolle Erfahrung, an die sie sich gerne zurück erinnern. Diese Festivitäten waren möglich, da wir über Betterplace 800€ Spenden für Weihnachten im Centre gespendet bekommen haben.

Aufruf: Wir wollen eure alten Laptops, Smartphones etc. für das Centre!
Neben dem Stoffbinden-Projekt unterstützen wir, der Verein Woé zon loo e.V., das Centre, das Waisenhaus von IVA. Dort wollen wir und IVA einen Computerraum einrichten. Sowohl die Kinder des Centres, als auch die Bewohner des Viertels können diesen nutzen, um Internetrecherchen zu machen, Dokumente zu verfassen und sich weiterzubilden. Das Internet und Plattformen wie YouTube stecken voller kostenlosem Wissen. Mit den Laptops, dem bereits existierenden WLAN und IT-Kursen möchten wir eine Brücke zwischen den Anwohnern und diesem endlosen Wissensschatz errichten. Außerdem möchten wir die togolesischen Freiwilligen, ohne die unsere Arbeit nicht möglich wäre, unterstützen und sie technisch austatten. Über dies wollen wir Laptop-Stipendien an bedürftige junge Studentinnen in MINT-Fächern vergeben. Wir benötigen dafür Laptops, Smartphones, Tablets, Kopfhörer, In-Ear-Kopfhörer, Festplatten, USB-Sticks etc. Wenn ihr solche Hardware noch herumliegen habt, diese technisch funktioniert und ihr uns unterstützen möchet, dann freuen wir uns sehr, wenn ihr uns dieses schicken würdet. Unser IT-Manager Fernando Bokari bereitet die Geräte alle professionell und kostenlos auf. Alle Geräte verschiffen wir dann in einem großen Paket nach Togo. Ich werde euch im kommenden Jahr mit genaueren Infos versorgen, ich wollte euch diese Möglichkeit nur schon mal ankündigen.

24.12.2020: Weihnachtsgeschenke wurden überreicht - Näherinnen sind glücklich
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Ich wünsche euch fröhliche Weihnachten und möchte euch ganz herzlich für eure Unterstützung und Treue unserem Projekt und den mitarbeitenden Menschen in Togo gegenüber danken. Eure Spenden ebnen uns den Weg, im neuen Jahr so richtig durchzustarten! Einige von euch haben uns gerade im Dezember unterstützt. Wir konnten innerhalb von wenigen Tagen für die 16 Kinder unserer 5 Näherinnen 540€ sammeln! Das ist großartig! Auch die zwei Töchter von Perel (unserem togolesischen Koordinator), sowie Perel selbst und Gentille, seiner Projektmitarbeiterin, haben zu Weihnachten je 30€ erhalten. Die Geldgeschenke sind sehr wichtig. Die Näherinnen können ihren vielen Kindern ein schönes Weihnachtsfest mit bunter neuer Kleidung und schönen Geschenken nun bereiten.

Das Centre ist ein Waisenheim und Zuhause für Menschen aus schwierigen Verhältnissen von unserer Partnerorganisation, das wir ebenfalls unterstützen. So werden "Pagnes" (bunter fester Stoff) auf dem Markt gekauft, eines kostet zwischen 2 und 7€, zwei werden benötigt, um für einen Erwachsenen Hose und Oberteil zu nähen.

Die Kinder wurden vor Weihnachten zum Schneider gebracht, da wurden sie ausgemessen, damit eine Hosen und ein Oberteile aus den Pagnes geschneidert werden können.

10.12.2020: Weihnachtsgeschenke für Kinder in Togo!
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Auch in Togo weihnachtet es und der Weihnachtsmann steht mit seinem Schlitten bereit, seine Reise nach Togo anzutreten. Aber was ist das? Es sind viel, viel weniger Geschenke im Gepäck als für die Kinder in Deutschland! Dabei glauben auch die togolesischen Kinder an den Weihnachtsmann und wenn der an Heiligabend weder ein Geschenk noch ein besonderes Essen bringt, glauben die Kleinen, er hätte sie vergessen.

Unsere 5 Näherinnen, die eure Spenden und unsere Orga-Arbeit in wunderschöne Stoffbinden verwoben haben, sind neben ihrer Arbeit auch Mütter. Die Fünf bringen es zusammen auf 16 (!) Kinder. Doch leider haben sie nicht die Mittel, um all ihren Kindern ein Weihnachtsessen geschweige denn Geschenke zu kaufen. Ich wende mich daher heute an euch. Ihr habt uns dabei geholfen, so weit im Projekt zu kommen. Lasst uns zusammen unseren togolesischen Partnern und Näherinnen danken, dass sie diese wichtige Arbeit geleistet haben.

Unser Spendenziel sind 570€ in einer Woche bis 17.12.
Sowohl den Kinder der Näherinnen (zwischen 2 und 14 Jahren alt), als auch den zwei Töchtern von Perel Great (2) und Emerge (4) und unserer Projektmitarbeiterin in Togo Gentille (noch kinderlos) möchten wir etwas schenken. Für jedes Kind, sind 30€ eingeplant. Das sind ein Paar Schuhe (8€), bunte Festkleidung (10€) und für insg. 12€ ein Weihnachtsessen, ein Spielzeug und die Fahrtkosten, um die z.T. verstreute Familie zu besuchen. In Togo ist es Tradition, dass die Kinder einen maßgeschneiderten bunten Stoffanzug geschenkt bekommen. Diesen tragen sie ganz stolz an den Weihnachtstagen und zu weiteren besonderen Anlässen im Jahr.

Wir als Verein unterstützen jedes Jahr das "Centre", das Waisenhaus vom Partnerverein IVA, wo auch das Nähstudio untergebracht ist. Für die 11 Waisenkinder wollen wir 760€ sammeln.

25.11.2020: Wir haben 772,19 € Spendengelder erhalten
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Wir haben nun das zweite Mal eure Spenden von betterplace abgerufen. Mit den dieses Mal gespendeten 772,19€ können wir den Koordinator Perel und die Anthropologin Gentille 2 Monate bezahlen. Außerdem können wir mit dieser Summe den Näherinnen einen weiteren Monat für ihre Arbeit entlohnen. Aktuell kommen 5 Näherinnen 2 Mal die Woche in die Bindenwerkstatt. 2000 Sticker mit unserem Logo können wir ebenso bezahlen wie die Materialkosten für 1000 Binden.

Ich und Perel und Gentille danken euch von Herzen!

23.11.2020: Verpackung entwickelt und neuen Sponsor gefunden
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Es hat sich viel in diesem November rund um unser Stoffbindenprojekt getan und ich freue mich nun, euch daran teilhaben zu lassen.

Als erstes kann ich euch mitteilen, dass sich unserem Projekt ein weiterer Sponsor angeschlossen hat! Die Frisomed GmbH unterstützt von nun an unser Stoffbindenprojekt mit monatlich 50€. Frisomed hat ein günstiges Blutzuckermessgerät (Gluco Veritas) für Diabetiker entwickelt und vertreibt dieses über seinen Online-Shop. Ich freue mich, ein weiteres Unternehmen neben dem Stoffbindenhersteller Kulmine für unser Projekt gewonnen zu haben. Monatliches Sponsoring oder Dauerspenden helfen uns bei der Planungssicherheit, um insbesondere Gehälter vor Ort regelmäßig bezahlen zu können.

Wo wir gerade bei finanzieller Unterstützung sind: Eure Spenden haben nun die 2000er Marke überschritten! Wir haben bisher 2.184€ Spenden gesammelt.

Dank eurer Hilfe konnten wir in kurzer Zeit so viel erreichen:

Wir haben innerhalb der letzten 4 Monate 5 Näherinnen im Bindennähen fortgebildet und das Nähatelier streichen lassen. Wir haben Schablonen und eine Schneidemaschine gesponsort von Kulmine nach Togo geschickt. Wir haben die Serienproduktion gestartet und dadurch einen Überblick über die Kosten pro Binde. Wir haben Menstruation als Thema ins Radio gebracht. Wir haben Labels für die Binden und Sticker fürs Marketing anfertigen lassen. Wir haben ein Projekt geplant für das kommende Jahr, in dem unsere togolesischen Koordinatoren Perel und Gentille Aufklärungsworkshops zu Menstruation und Sexualität ausarbeiten werden.

Die Binden gelingen den Näherinnen immer besser. Und nun zeigt sich ein weiterer Vorteil der Second Hand T-Shirts als Rohstoff. Neben ihrer spitzen Ökobilanz ist jede Binde ein Unikat.

Das Logo für die Labels und die Sticker, die wir in diesem Monat in Auftrag gegeben haben, wurden kostenlos von dem Intermedia Designer Christopher Stahl designt. Mehr Arbeiten von Christopher findet man auf Twitter und Xing. Von diesen Stickern werden gerade 2000 Stück gedruckt, die unserem Marketing in Togo dienen werden.

Jede Woche lassen sich neue Fortschritte in unserem Stoffbinden-Projekt verzeichnen.

Wie ich das letzte Mal geschrieben habe, waren wir in den letzten Wochen auf der Suche nach einer geeigneten Verpackung. Nach einer langen Recherche haben wir uns für eine "paper pillow box" entschieden. Wir haben sogar einen Produzenten direkt in Togo gefunden, der nach unseren Wünschen die Boxen hergestellen wird. Eine solche Verpackung wird mit unserem Lionne-Logo und Hygienehinweisen bedruckt. Das Verpackungsdesign ist gerade noch bei Christopher Stahl in der Mache. Die Stoffbinden werden gerollt in Einzel- und Dreierpacks verkauft.

06.11.2020: Unser Projekt hat einen Preis gewonnen!
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Ich habe tolle Neuigkeiten: Ich habe mit dem Stoffbinden-Projekt den Starterpreis der Studienstiftung des Deutschen Volkes gewonnen! Mit dieser Auszeichnung ist ein Preisgeld von 1000€ für unser Projekt verbunden.

Stoffbinden-Projekt

Die Verantwortliche der Studienstiftung schrieb mir: "Die Jury war beeindruckt von Ihrem Engagement für ein so wichtiges und gesellschaftsveränderndes Thema und begeistert davon, wie nachhaltig und gut strukturiert Ihr Projekt aufgebaut und angelegt ist."

Ich bin seit April 2019 Stipendiatin der Studienstiftung und werde in den nächsten Jahren erneut bei den "weitergeben- Engagementpreisen" mich bewerben können.
Im Sommer 2021 werde ich unser Stoffbinden-Projekt in der Kategorie "Engagementpreis" (für bereits implementierten Projekte) einreichen. Vielleicht können wir ja einen der 5 Finalistenplätze erreichen. In diesem Fall wirbt die Studienstiftung um Spenden für unser Projekt. Durch eure Unterstützung können wir bis zur nächsten Bewerbung weit kommen! Jeder Euro fließt direkt ins Projekt, jede Spende bringt uns unserem Ziel näher, so vielen togolesischen Frauen wie möglich unsere sicheren, günstigen und ökologischen Stoffbinden anzubieten.

Was ist sonst noch passiert?
Am kommenden Montag habe ich einen Termin bei der lokalen Presse von Nordfriesland (Kreis an der dänischen Grenze, wo ich aufgewachsen bin), um von unserem Stoffbinden-Projekt zu erzählen.

In Togo laufen die Vorbereitungen für ein Vertriebssystem der Binden. Die Anthropologin Gentille ist nun fester Teil des Lionne-Teams, sie unterstützt Perel in der Koordination.

Stoffbinden-Projekt

Gentille arbeitet nun mit einem Laptop, gespendet von einem unserer deutschen Vereinsmitglieder, und bildet sich in Excel weiter. Sie bereitet Tabellen vor, in die wir die Daten unserer künftigen Verkäufer:innen eintragen und schreibt Texte, die wir für Produktinfos, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit in Togo nutzen werden.

Für ein fertiges Produkt bedarf es neben den Binden selbst noch etwas: Ein Label und eine Verpackung. Das Logo haben wir nun fertig! Lionne, also "Löwin", heißt die Marke unserer Stoffbinden. Lionne steht für kämpfende Frauen, die ihr Leben selbst bestimmen.

Das Logo hat ein befreundeter Grafik-Designer in wiederholter Abstimmung mit einer Gruppe von Togolesen entworfen.

Sticker

In China hat jetzt die Produktion von 10.000 gewebten Labels mit unserem Logo begonnen. Zudem haben wir 2000 Sticker bestellt, mit denen wir in Togo für unsere Mission werben können.

Um die Labels und die Sticker zu finanzieren, benötigen wir 273€. Dafür brauchen wir weitere Spenden :)

Die Verpackung ist leider noch nicht so klar. Wir würden natürlich gerne auf Plastik verzichten, jedoch wird eine undurchlässige Verpackung benötigt, da die Binden draußen verkauft werden. Zudem wollen die Kundinnen natürlich auch nicht die "Katze im Sack" kaufen, die Binden haben wie ihr Rohstoff T-Shirt sehr individuelle Farben. Wenn ihr dazu Ideen habt, dann schreibt mir doch gerne an emily.wilbrand@woezonloo.de.

30.10.2020: Wir haben 1.350,33 € Spendengelder erhalten
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Ich danke euch an dieser Stelle nochmals herzlich für eure großzügigen Spenden! Wir haben nun zum ersten Mal das Geld von Betterplace auf unser Konto transferieren lassen, das sind 1.350,33 €, die letzte Woche verfügbar waren. Der Grund, warum ich das Geld erst jetzt nach 3 Monaten abrufe, ist rechtlicher Natur. Wir haben nun einen Hilfspersonenvertrag mit Hilfe eines befreundeten Juristens aufsetzen können; dieser ist bei Betterplace notwendig für die korrekte Mittelverwendung im Ausland. Wir sind alle Studentinnen, die die Projekte in Togo von unserem jungen Verein in unserer Freizeit auf die Beine stellen. Daher dauern manche Prozesse länger. :) Nichtsdestotrotz lief unser Stoffbindenprojekt unbeirrt weiter und hat in den letzten Monaten riesige Fortschritte machen können. Wir haben seit dem 10.8. insgesamt 773€ für das Stoffbindenprojekt an unseren Projektpartner IVA in Togo überwiesen. Dieses Geld haben wir mit unseren vereinsinternen Spenden sozusagen "vorgeschossen". Das bedeutet, dass ich nächste Woche weitere 577,33€ nach Togo schicken kann.

Wofür wurden die bisherigen Spenden im Projekt verwendet?
Wie ihr den Neuigkeiten bisher entnehmen konntet, haben wir einige wichtige Materialien und Gehälter mit eurer Hilfe in den letzten drei Monaten finanzieren können. Die Bedarfe auf Betterplace stellen dabei Orientierungen dar, für welche Zwecke eure Spenden ausgegeben werden. Einige der Bedarfe wurden bereits umgesetzt, andere werden wir erst später umsetzen. Das liegt daran, dass wir im Vorhinein nicht immer genau planen können, wann tatsächlich ein Bedarf die Priorität hat, dass er direkt umgesetzt wird. Im Folgenden erläutere ich beispielhaft, was wir mithilfe eurer Spenden in den letzten 3 Monaten im Stoffbindenprojekt finanziert haben: Als erstes wurden 3 hochwertige Stoffscheren gekauft, die seither an jedem Arbeitstag in Benutzung sind (45€).Ihr habt 200€ für die Materialkosten (T-Shirts, Faden, Nadeln) gespendet. Mit diesem Geld kann das Material für 2000 Binden bezahlt werden! Wir haben bisher einen großen Sack mit Second Hand T-Shirts gekauft für 38€ und Nadel und Faden für 7,50€, daraus sind nun nach einem Monat mit 2 Arbeitstagen die Woche genau 466 Binden entstanden. Das bedeutet, dass das Material pro Binde nur knapp 10 Cent kostet. Ganz schön günstig oder? :)



40€ wurden für die Installation eines Stromzählers und den Kauf von 2 LED-Birnen ausgegeben. Durch den Stromzähler konnten wir herausfinden, dass die Stromkosten pro Binde 1,6 Cent betragen. Zudem kostet die Miete des Studios 15€ im Monat. Zudem wurden das Studio und das Gebäude von außen von zwei Malern gestrichen (300€). Dadurch wurde das zunächst triste Gebäude zu einem einladenden Kreativplatz. Ein großer Unterschied oder?

Vorher
Stoffbinden-Projekt

Nachher
Stoffbinden-Projekt

Die Ausbildung der Näherinnen durch den Techniker lief bis Anfang September, dabei haben alle 5 Näherinnen gelernt, wie die T-Shirts richtig zugeschnitten werden und wie die komplizierte Overlock-Nähmaschine bedient wird. In dieser Fortbildungszeit wurden die Näherinnen mit insgesamt 38€ für ihre Reisekosten unterstützt. Der Techniker Selom hat 30€ für seine erfolgreiche Fortbildung erhalten.



Perel, unser wunderbarer togolesischer Koordinator hat seit Anfang des Jahres sooo viel Arbeit in das Stoffbindenprojekt gesteckt. Ihm ist es zu verdanken, dass die Projektumsetzung in Togo so reibungslos geklappt hat. Er erhält von uns seit diesem Frühjahr 45€/Monat. Diese Aufwandsentschädigung ist nicht seinen vielen Leistungen angemessen, aber er selbst hat diese Vergütung vorgeschlagen, damit mehr Geld für das Projekt übrigbleibt. Seit September erhält Perel nun 60€ monatlich. Wir hoffen, dass wir ihn u.a. durch Gelder aus anderen Projekten in Zukunft besser bezahlen können.

Stoffbinden-Projekt
Auf diesem Bild sind Perel und ich, Emily mit "Togo-Haaren" zu sehen. Es stammt aus August 2017.

Während des letzten Monats haben 5 Näherinnen jeweils 23€ für ihre Arbeit erhalten. Wie oben erwähnt, kamen sie 1-2 Mal die Woche ins Studio und haben für 6 Stunden gemeinsam die Stoffbinden produziert. Der Mindestlohn in Togo beträgt ca. 40€ bei einem Vollzeitjob. Die Näherinnen haben in der letzten „réunion“ (Besprechung mit allen) ihre Wertschätzung dafür ausgedrückt, dass sie im Stoffbindenprojekt arbeiten können. Das Geld hilft den Frauen, ihre kleinen Kinder zu versorgen. Alle besitzen keine eigene Nähmaschine, wodurch es häufig sehr schwierig war, ihre Kinder zu ernähren.
Mich freut es zutiefst, dass wir gemeinsam diesen Frauen einen Arbeitsplatz und eine Weiterbildungsmöglichkeit geben.
03.10.2020: Aufklärung in Togo - Durch Zusammenarbeit ans Ziel
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Passend zum Tag der Deutschen Einheit, möchte ich euch heute über die mögliche Verbindung von vielen Kämpfer*innen zu einer starken Struktur erzählen. Ich bin aktuell dabei, einen Projektantrag bei einer Stiftung zu schreiben, um das Aufklärungprojekt als zweiten Baustein in unserem Stoffbindenprojekt ins Rollen zu bringen.

Konkret geht es darum, Perel, unseren Projektkoordinator in Togo, der Organisationskommunikation studiert hat, und eine junge Togolesin mit einem Masterabschluss in Antrophologie als Projektassistentin für 6 Monate zu finanzieren. In dieser Phase sollen die beiden mit den Zielgruppen und allen Akteuren, die bereits in Togo Sexualaufklärung betreiben oder unterstützen, sprechen und eine Strategie entwickeln, wie die einzelnen Ansätze großflächiger zusammenarbeiten können. Die Vision ist, dass möglichst viele Mädchen und Jungen über Menstruation und ihre Sexualität aufgeklärt sind.

30,7% der togolesischen Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 24 Jahren. Die Aufklärung über ihre Sexualität ist ein Grundbedürfnis aller Kinder und Jugendlicher. Togo kann auf eine lange Geschichte der Einführung von Sexualerziehung im Bildungssektor zurückblicken, angefangen 1987. Zwischen 2008 und 2013 wurde ein Pilotprojekt mit dem Titel "Förderung der ganzheitlichen Sexualerziehung" vom ATBEF (Association Togolaise pour le Bien-être Familial) getestet. Dies wurde in Partnerschaft mit Primär-, Sekundar- und Hochschulbildung, Berufsausbildung und andere Institutionen (Elternvereinigung, Nonne, Jugendverband usw.) durchgeführt. Mehrere Lehrmaterialien (Handbücher, Tafeln, Poster, Flugblätter, Plakate, Module für außerschulische Aktivitäten), sowie Dokumente zur Interessenvertretung, wie zum Beispiel Predigtführer in Verbindung mit Sexualaufklärung, sind bereits entwickelt worden. Nach einer Evaluation war der Bildungsminister damit beauftragt, Ressourcen für einen Übergang auf eine größere Skala zu mobilisieren, allerdings ist die Finanzierung bis heute unzureichend. Im überwiegenden Teil der Schulen in Togo werden Schülerinnen und Schülern also nicht sexuell aufgeklärt. Fehlende Aufklärung hält Jugendliche selbstverständlich nicht davon ab, sexuell aktiv zu werden. Den ersten Geschlechtsverkehr haben die Frauen in der Région des Plateaux, zu unser Projektstandort Kpalimé gehört, mit 17,5 und die Männer mit 18,7 Jahren. Jedes 10 Mädchen hat vor dem 15. Lebensjahr bereits Geschlechtsverkehr. Eine Folge der fehlenden Aufklärung ist, dass 17% der togolesischen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren schwanger sind oder ein Kind geboren haben [3]. Allein im IVA Zentrum gibt es vier solcher Fälle. Die betroffenen Mädchen müssen sich fast immer zwischen einer Abtreibung, die unter Umständen zur Unfruchtbarkeit führen kann, oder einem Abbruch der Schule entscheiden. Zudem kann ungeschützter Geschlechtsverkehr zu erheblichen Gesundheitsrisiken führen, wie HIV oder anderen Geschlechtskrankheiten.

Ebenso findet keine Aufklärung über Menstruation in den Schulen Togos statt.
Sommer, Sutherland & Chandra-Mouli schreiben in einem wissenschaftlichen Paper folgendes:
Daten aus vielen Ländern deuten darauf hin, dass viele Mädchen mit der Menstruation beginnen, ohne informiert, vorbereitet und unterstützt worden zu sein, um ihre Monatsblutung zu bewältigen. Mädchen berichten, dass sie den Beginn ihrer Periode vor anderen verheimlichen und die Schule aus Angst vor einem beschämenden Menstruationsausbruch versäumen. Sie verstehen nicht, warum ihre Periode beginnt, wie sie mit der Fruchtbarkeit zusammenhängt und wann ihre Periode kommen sollte. Zu Beginn dieses normalen biologischen Prozesses der sexuellen Reifung berichten Mädchen auf der ganzen Welt, dass sie sich ängstlich, beschämt und verwirrt fühlen. Einige dieser Schwierigkeiten können auf kulturelle Tabus in Bezug auf die Menstruation, auf das Schweigen der Erwachsenen über die sexuelle Reifung oder auf Fehlinformationen aus verschiedenen Quellen (z.B. Gleichaltrige, Eltern, Lehrer) zurückzuführen sein. Dies hat zur Folge, dass Mädchen mit der Menstruation beginnen, ohne vollständig zu verstehen, was mit ihrem Körper geschieht.

Ich glaube, dass wir nur in Zusammenarbeit mit allen Akteuren tatsächlich einen Unterschied machen können.

21.09.2020: Menstruation als Thema im Radio
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IVA Togo, unsere Partnerorganisation, führt mit unserer Unterstützung ein Gesundheitsaufklärung-Projekt durch. Zu verschiedenen in Togo ausgewählten Themen werden aktuell Radiosendungen mit Spezialisten durchgeführt. Die erste Sendung handelte von der Wichtigkeit von Sport im menschlichen Leben und in der zweiten, die vor kurzem ausgestrahlt wurde, ging es um Menstruation!



Hier leitet der Journalist John gerade ins Thema ein. Themen waren u.a. Hygiene während der Menstruation, Vorbereitung auf die Menarche (erste Regelblutung), die Menopause, Anomalien der Menstruation und natürlich das Stoffbindenprojekt. Léontine ist medizinische Assistentin in Kpalimé. Sie sprach über ihre ganz persönliche Geschichte.

Stoffbinden-Projekt

Léontine erklärte im Radio, dass sie als junges Mädchen ihre Regelblutung versteckt hat. Eine Tante erklärte ihr nur, dass die Blutung jeden Monat passiert und dass sie daher wachsam sein sollte. Léontine nutzte Stoffreste, die sie um ihre Unterhose wickelte und trocknete diese nach dem Waschen versteckt in der Ecke ihres Zimmers. Manchmal haben sich Bakterien im Stoff ausgebreitet, sodass sie vaginale Infektionen bekommen hat. Ihre Mutter beschuldigte sie, dass es daher kommt, weil sie mit Jungen ausginge…

Stoff als Periodenprodukt zu nutzen ist nicht per se das Problem, sondern, das fehlende Wissen über die richtige Reinigung und die Scham, die dazu führt, dass die Stoffreste ins Zimmer genommen werden und sie dort ggf. nicht richtig trocknen. Unsere Stoffbinden sehen so ansehnlich, dass einige Togolesinnen uns erzählt haben, dass sie die Binden einfach draußen auf die Wäscheleine zum Trocknen aufhängen.

Ähnliche Geschichten sind von vielen Frauen in Togo zu hören. Daher ist es so wichtig, dass Aufklärungsworkshops von Peer-to-Peer in den 5./6. Klassen in Togo gemacht werden. Ab diesem Herbst werden dafür mehrere Aufklärungs-AGs in der Oberstufe in Togo gegründet, die Workshops in jüngeren Klassen durchführen werden. Wir haben beschlossen, dass wir die AGs und die Workshops doch nicht nur auf Mädchen beschränken. Es sollen sowohl Mädchen als auch Jungen von dem Angebot profitieren und zu informierten Entscheidungen über ihre eigene Sexualität empowert werden.

11.09.2020: Besuch bei Kulmine, beim EWN-Nachbereitungsseminar und Serienproduktionsanpfiff!
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Vieles hat sich in der letzten Woche im Stoffbinden-Projekt getan, sowohl in Togo als auch in Deutschland.
Vor einer Woche bin ich von meinem Studienort Trier nach NRW gefahren, um zwei "Projekt-Fliegen" mit einer Klappe zu schlagen.
Zunächst habe ich unseren Projektsponsoren Kulmine besucht. Nach vielen Mails, Telefonaten und Zoomsitzungen habe ich mit Amitab, dem stellvertretenen Geschäftsführer von Kulmine, endlich mal offline sprechen können. Viele Fotos und Videos konnte ich machen und diese Perel, unserem Koordinatoren in Togo, schicken; vielleicht lassen sich ein paar bei Kulmine etablierte Konzepte auf das Nähatelier in Togo übertragen.

Am nächsten Tag bin ich von Osnabrück weiter in das beschauliche Kaff Nordwalde gefahren. Dort war ich zum Nachbereitungsseminar für Weltwärts-RückkehrerInnen der Entsendeorganisation Eine Welt Netz NRW e.V. eingeladen. Ich durfte eine Einheit leiten, in der ich das Stoffbindenprojekt den jungen ehemaligen Freiwilligen vorgestellt habe. So viel geballte Begeisterung für unser Projekt auf einen Schlag habe ich selten erlebt.
Eine tolle, bereichernde Atmosphäre!

Eine Teilnehmerin, die ein halbes Jahr (ohne Pandemie wäre es ein ganzes gewesen) in Togos Nachbarland Ghana verbracht hat, berichtete, dass es in der Schule, in der sie eingesetzt war, keine Toiletten für die SchülerInnen gab. Dies ist in Westafrika kein Einzelfall.
UNICEF schätzt, dass die Hälfte aller Schulen in Togo keine Toiletten haben und 2/3 aller Schulen keinen Anschluss an Trinkwasser. Dies stellt ein großes Gesundheitsrisiko dar, da die Kinder gezwungen sind, in angrenzenden Büschen ihre Notdurft zu verrichten. Besonders für Mädchen bedeutet dies eine hohe Hürde, während ihrer Menstuation in die Schule zu kommen.
Den Bau von Toiletten sehen wir als passende Ergänzung zu unserem Stoffbindenprojekt. Zwar stehen zunächst einige andere Dinge auf dem Projektplan (Verkauf der Binden organisieren, Aufklärungsworkshops konzipieren, Mädchen-AGs gründen etc.), aber 2021 möchten wir diese Idee konkreter ins Auge fassen.
Auf dieses tolle Projekt bin ich gerade gestoßen: Öko-Latrinen in Togo, die Ausgeschiedenes in wertvollen Dünger verwandeln.

Noch eine tolle Nachricht zum Ende!


Die Fortbildung der Näherinnen ist abgeschlossen und diese Woche war der Anpfiff der Serienproduktion!



Dienstag und Donnerstag trafen sich die Näherinnen und produzierten gemeinsam 50 Stoffbinden aus Second Hand T-Shirts.

Prozessoptimierung ist aktuell das Ziel! Dafür werden von Anfang an alle produktionsrelevanten Daten aufgeschrieben. Der Stand des Stromzählers wird am Anfang und am Ende eines Tages abgelesen, dadurch lässt sich der Strompreis pro Binde wortwörtlich ermitteln.

Einige Binden haben die Frauen schon an ihre Freundinnen verteilt. Diese zeigten sich begeistert von dem Produkt! 300-500 FCFA (0,45-0,75€) gaben sie als akzeptablen Preis für eine Stoffbinde an. Zwar haben wir bisher nicht jede einzelen Variable im Produktionsprozess gemessen, aber schätzungsweise sollte dieser sich Preis rechnen!

02.09.2020: Das Nähatelier wird gestrichen
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Dank eurer Spenden konnte nun das Nähatelier gestrichen werden!
Schaut selbst:

Vorher

Gestrichene Wand

Nachher

Gestrichene Wand

Wie viel etwas Farbe ausmacht oder? Wir freuen uns, dass der Anstrich für ein produktives, aufgeräumtes Raumklima gesorgt hat! Übrigens ging das Training der Näherinnen mit dem Techniker am letzten Freitag in die dritte Runde. Zwei der Näherinnen haben den Bogen nun raus und unterstützen die anderen, um ebenfalls ohne Probleme die Overlock-Maschine bedienen zu können. Diese Woche findet vorerst das letzte Training statt und danach kann die Arbeit beginnen!

23.08.2020: Bindennäh-Trainings gehen in die ersten Runden
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Es tut sich einiges im Stoffbindenprojekt! Die 5 Näherinnen kommen aktuell jeden Werktag ins Nähatelier, um das Bindennähen von der Pike auf zu lernen. Die Industrie-Overlocknähmaschine ist sehr raffiniert, aber dementsprechend auch kompliziert. Hier überlegen Adzoto, Yolande und Juliette gerade, wo die Nadel hingehört:

Näherinnen

Zum Glück gibt es den Techniker Selom, der die Maschine installiert hat. Selom kennt sich sehr gut damit aus und kommt seit letzter Woche jeden Freitag ins Nähatelier, um den Näherinnen die Versäumung der Binden beizubringen. Für die restlichen Tage gibt er den Damen Hausaufgaben auf, damit sie alleine weiter üben können. Hier ein Video vom ersten Training am Freitag den 14.8.:



Bei der Näherin Adzoto lief es nach dem Training schon deutlich besser als vorher:



Bereits jetzt dauert es nur 10 Minuten, um aus einem Second-Hand T-Shirt eine Stoffbinde zu zaubern. Das freut uns, denn je schneller und routinierter die Abläufe sind, desto günstiger können die Binden verkauft werden. Unser Stoffbindenprojekt wird gerade allein durch Spenden aufgebaut. Du hast nun schon einen wichtigen Beitrag geleistet, dafür bin ich sehr dankbar. Du könntest aber noch eine Kleinigkeit tun: Bitte poste den Betterplace-Link auf deinem Whatsapp-Status, deiner Facebookseite, deiner Instagramseite oder im Familienchat. Erzähle in ein paar Sätzen, was wir machen und warum du uns unterstützt hast. Vielleicht kennst du ja auch bestimmte Freund*innen, deren Herzen besonders für die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung von Frauen schlagen.

Hier zum Kopieren der Link:
https://www.betterplace.org/de/projects/83488?utm_campaign=user_share&utm_medium=ppp_stats&utm_source=Link
11.08.2020: Es werde Licht und lasse den Strom gezählt sein
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Der Nähraum wird Stück für Stück zu einem lebenswerten Arbeitsatelier. Es beleuchten nun zwei große LED Lampen den Raum.

Strom

Auch wenn's auf diesem Foto etwas düster aussieht, das Zimmer ist nun sehr hell :-)
In Togo baut man in die Zimmer immer nur kleine Fenster ein, damit die Zimmer auch bei Temperaturen von 30-40 Grad draußen aushaltbar bleiben. So muss natürlich für gute Innenbeleuchtung gesorgt sein. Dank eurer Spenden war das kein Problem.

Außerdem haben wir mit eurer Unterstützung einen Stromzähler angebracht, um den genauen Verbrauch der Nähmaschine und der neuen Leuchtmittel bestimmen zu können. Damit lässt sich der Stromkostenanteil im Preis einer Binde verrechnen.

In den neu angeschafften, großen Boxen werden die Materialien und die verschieden fertigen Stadien der Binden gelagert. Wichtig ist, dass wir durch gute Buchführung immer auf dem Stand sind, wie viel von allem da ist. Dadurch können wir rechtzeitig T-Shirts oder Garn nachkaufen, damit es nicht zu Engpässen in der späteren Serienproduktion kommt.

In den nächsten Tagen werden unsere 6 Näherinnen einen Workshop bei einem Techniker absolvieren. Noch klappen die Rundungen der Binden mit der neuen Overlock-Maschine nämlich nocht nicht zufriedenstellend. Glücklicherweise hat der Techniker, der die Maschine installiert hat, den Dreh raus! Ich melde mich das nächste Mal, wenn der Workshop gelaufen ist, mit neuen Bildern!

04.08.2020: Schere gekauft und Paket verschickt
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Ich danke euch an dieser Stelle nochmals für eure Spenden! Es ist so fantastisch, dass wir mit eurer Hilfe innerhalb weniger als einer Woche über die magische Grenze von 250€ gekommen sind. Von nun an wird unser Projekt richtig bei Betterplace angezeigt.

In Togo wurden gerade 3 hochwertige Stoffscheren gekauft. Jetzt können mehrere Näherinnen gleichzeitig arbeiten.

Zudem habe ich gerade ein Paket nach Togo verschickt. Enthalten sind eine Stoffschneidemaschine, eine Digitalkamera und 3 Schablonen aus Plexiglas. Die Digitalkamera stammt von einem unserer Vereinsmitglieder. Bisher hat Perel, der Projektkoordinator, nur Bilder mit seinem Handy aufnehmen können. Nun können wir uns auf hochwertigere Projektbilder aus Togo freuen! Die Schneidemaschine und die Schablonen wurden von dem deutschen Bio-Stoffbindenhersteller Kulmine gesponsort. Mit der Maschine können mehrere T-Shirtlagen auf einmal geschnitten werden, das spart Handgriffe und führt hoffentlich zu einer schnelleren Produktion. Die Schablonen wurden extra für uns angefertigt und machen es möglich, die Binden in drei verschiedenen Größen exakt zuzuschneiden.

Scheren

Damit unser Projekt bekannter wird und wir weitere Spender finden, ist sehr wertvoll, wenn ihr den Betterplace-Link zum Projekt auf euren Social Media Kanälen teilt. :-) Lasst uns gemeinsam für die Selbstbestimmung der Frauen in Togo kämpfen!

19.03.2020: Testphase

In Togo hat unsere Projektpartnerin Patience, eine erfahrene Näherin aus Kpalimé, 70 Bindenprototypen hergestellt. Diese haben wir zusammen mit einem Fragebogen an mehrere Togolesinnen verteilt, die die Binden testen. Wir überprüfen Second-Hand T-Shirtstoffe und neuwertige Stoffe von den lokalen Märkten auf ihre Praktikabilität und Saugfähigkeit.

07.03.2020: Das Nähatelier ist ausgestattet

Wir haben einen Raum im Centre in ein Nähatelier umgewandelt. Dafür haben wir einen großen Tisch mit Stühlen anfertigen lassen und zwei Nähmaschinen angeschafft. Zudem wurde eine einbruchssichere Metalltür eingebaut. Mit einer pedalbetriebene Maschine können Wetbags für die Binden genäht werden und sie kann von Nina, Bewohnerin des Centres und Schneiderin in Ausbildung, für eigene Näharbeiten genutzt werden. Wenn mal wieder Stromausfall sein sollte, kann mit dieser Maschine bei Taschenlampenlicht also trotzdem weitergearbeitet werden. Die zweite Maschine ist eine hochwertige Industrie-Overlock, mit der die Kanten der Binden zusammengenäht werden.



Mit dem Stoffbindenprojekt bilden wir Frauen weiter und geben ihnen die Möglichkeit eines Zuverdienstes bzw. einer vollen Stelle als Näherin.
Einen besonderen Fokus legen wir auf die Aufklärung von jungen Mädchen über ihre (bevorstehende) Menstruation und über Sexualität. Gerade Schulmädchen sind eine wichtige Zielgruppe für uns, weil sie ökonomisch am schwächsten sind und jeder Tag zählt, den ein Mädchen zur Schule geht oder eben zuhause bleibt aufgrund eines Mangels an Hygieneprodukten. Unter den 100 fortgebildeten Beraterinnen befinden sich auch 30 Mädchen aus Mittel- und Oberstufe. Von diesen verkaufen einige bereits die Lionne-Binden erfolgreich an ihre Mitschülerinnen. Wir überlegen aktuell, wie wir die Binden für mehr Mädchen zugänglich machen können. Z. B. durch Subventionierung für Schulmädchen und Gratisausgabe für Mädchen aus besonders armen Familien. Unsere Schülerberaterinnen teilen überdies ihr neu erworbenes Wissen über den weiblichen Zyklus mit ihren Mitschülerinnen mithilfe eines bunt animierten Aufklärungsplakats.

Überdies wollen wir kostenlose Do-it-yourself-Nähworkshops in Dörfern anbieten, in denen Mädchen und Frauen, die sich unsere Stoffbinden nicht leisten können, selbst lernen, wie sie Binden per Hand nähen können.

Der Preis der Binden soll die Produktions- und Verkaufskosten decken, sodass diese Basis des Projekts unabhängig von Spenden wird. Die Aufklärungsmaßnahmen wollen wir durch Spenden und Projektanträge finanzieren, um den Preis der Binden erschwinglich zu halten. Unterstützt werden wir durch Kulmine, einen deutschen Stoffbindenhersteller und ab diesem Oktober, wird eine junge deutsche Frau einen Weltwärts-Dienst im Stoffbindenprojekt machen.

Oder spendet direkt per Paypal oder Banküberweisung:
Unsere Kontodaten:
Woé zon loo e.V.
DE79 8306 5408 0004 1804 88
GENODEF1SLR

Oder per Paypal:



Wir sind davon überzeugt, dass unser Produktions-, Verkaufs- und Aufklärungskonzept sowohl zukunftsweisend, als auch auf andere Orte und Länder übertragbar ist. Jedes Mädchen und jede Frau auf der Welt hat das Recht auf Wissen über ihren eigenen Körper und Freiheit während der Menstruation!

Unser Unterstützer

Das deutsche Unternehmen Kulmine stellt ebenfalls Stoffbinden her und ist begeistert von unserem Projekt. Kulmine hat uns eines ihrer beliebtesten Bindenmodelle zur Verfügung gestellt und unterstützt unser Projekt finanziell und mit Rat und Tat. Wir sind dafür sehr dankbar! Falls du selber gerne Stoffbinden oder einen Cup als Alternative zu Einmalbinden und Tampons nutzen möchtest, dann guck doch mal bei Kulmine im Online-Shop vorbei.

Wir halten dich auf dem Blog von Kulmine auf dem aktuellsten Stand über unser Bindenprojekt.

Ist dein Interesse für unser Bindenprojekt in Togo geweckt? Schreib gerne Emily, unserem Vorstandsmitglied, die das Projekt betreut, eine Nachricht an emily.wilbrand@woezonloo.de



Unsere Sponsoren:

Unser Hauptsponsor "Element44":

Das innovatives Unternehmen, spezialisiert auf komplexe Entwicklungs- und Beratungsszenarien im Medizin- und Unternehmenssektor, ist ein Dienstleister für Software und Beratung und unser Hauptsponsor.



Kulmine:

Kulmine vertreibt seit über 25 Jahren Stoffbinden aus eigenem Betrieb und ist seit den Anfängen als Sponsor dabei

kulmine


Frisomed®:


Frisomed stellt Blutzuckermessgeräte her und unterstützt das Stoffbindenprojket seit November 2020 mit monatlich 50€

Frisomed
Frisomed


Design des Logos, der Sticker und der Verpackung:
Christopher Stahl:




Sticker


Dokumente

Phasen zum Aufbau von dem Social Startup Lionnes
Kostenplan Juli 2020 von Lionnes
Umfrageergebnissen von Lionnes
(1) Umfassender Report über die Lebenumstände in Togo von 2017
Hier findet ihr die Projektkosten des Stoffbinden-Projekts 2020

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